Bewerbung eingereicht

Solothurner Nationalrätin Franziska Roth will an die Spitze der SP-Frauen Schweiz

Sie will an die Spitze der SP-Frauen: Franziska Roth.

Sie will an die Spitze der SP-Frauen: Franziska Roth.

Die Solothurner SP-Kantonalpräsidentin hat ihre Bewerbung um das Frauen-Co-Präsidium eingereicht.

Kaum auf der nationalen politischen Ebene angekommen, will SP-Nationalrätin Franziska Roth (Solothurn) dort auch gleich ein gewichtiges Wort mitreden: So war sie im Gespräch mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten für das Co-Präsidium der SP Schweiz – «um eine Auswahl zu ermöglichen». Da jetzt für eine solche gesorgt sei, bewirbt sich Roth um das Co-Präsidium der SP-Frauen. «Die Sache der Frau brennt in mir. Das war schon immer so», sagt die 54-Jährige im Gespräch. Vom «Frauenjahr 2019» sei sie noch zusätzlich «richtig angefixt» worden und habe «viel Drive mitgenommen». Denn: «Die Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen ist noch längst nicht erreicht – in Beruf, Gesellschaft und Politik besteht nach wie vor Handlungsbedarf.» Sie sehe «überall Frauen, die stark sind, aber zu wenig Mut haben, sich zu positionieren» – sie wolle dazu beitragen, dass sich dies ändert.

Die Wahl findet am 29. Februar statt

Für dieses «Herzensanliegen» will sich die SP-Kantonalpräsidentin nun also auch als Co-Präsidentin der SP Frauen Schweiz engagieren. Die Nachfolgerin der abgetretenen Natascha Wey wird am 29. Februar in Bern gewählt. Partnerin im Co-Präsidium wäre die Vertreterin der welschen Schweiz, Martine Docourt. Mit dieser, «einer gestandenen Persönlichkeit, die in der Lage wäre, mich nötigenfalls auch mal zu bremsen», könnte sie sich eine enge Zusammenarbeit gut vorstellen, ist Roth überzeugt. Vom Naturell und Habitus her sei sie wohl nicht unbedingt die geborene Co-Präsidentin, räumt die letzten Herbst in den Nationalrat Gewählte ein. Doch: «Es kommt auf die Inhalte an!»

Die Anmeldefrist für das Co-Präsidium läuft am Samstag ab. «Ich hoffe, dass es Mitbewerberinnen gibt», betont die durch manchen Wahlkampf – unter anderem um das Solothurner Stadtpräsidium – erprobte Roth. Die Rede ist davon, dass sich noch eine weitere Neonationalrätin, die Bernerin Tamara Funiciello, für das Amt interessiert. Dass es gegen die national bekanntere frühere Juso-Schweiz-Präsidentin eine harte Ausmarchung absetzen würde, ist sich die Solothurnerin bewusst: «Ich bin bereit für eine Kampfwahl. Eine Auswahl ist immer gut. Es wäre ein schlechtes Zeichen für eine Organisation, wenn man einfach durchmarschieren könnte.»

Kantonales Präsidium wohl noch bis Frühling 2021

Noch zur Frage, die in der Regel nur Frauen gestellt wird, die sich um ein Amt bewerben: Wie will die Mutter zweier erwachsener Kinder ihren Beruf als Heilpädagogin, ihr Nationalratsmandat, das kantonale Parteipräsidium und auch noch das angestrebte Co-Präsidium unter einen Hut bringen? «Genau gleich wie Kurt Fluri», kommt die ebenso ernst- wie schalkhafte Antwort mit Seitenblick auf den politischen Mehrkämpfer im Solothurner Stadtpräsidium.

«Egal, ob es mit dem Co-Präsidium klappt oder nicht, werde ich mein berufliches Pensum auf 20 bis 25 Prozent reduzieren», so Roth mit Blick auf die organisatorischen Schwierigkeiten, die sich aus den fixen Stundenplänen der Schule ergeben. Komme dazu, dass sie das kantonale Parteipräsidium, das sie seit bald acht Jahren innehat, «auch nicht mehr all zu lange» ausfüllen werde. Konkret: «Ich werde das Amt voraussichtlich nach den Regierungs- und Kantonsratswahlen vom Frühling 2021 abgeben.»

Übrigens: Franziska Roth wäre nicht die erste Solothurnerin an der Spitze der SP Frauen Schweiz: Ab 1985 hatte Lucie Hüsler das Präsidentinnenamt während vier Jahren inne.

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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