Solothurner Filmtage
«Das Amt hat mir Spass gemacht»: Felix Gutzwiller gibt das Präsidium ab

Die Schweizerische Gesellschaft Solothurner Filmtage verabschiedete ihren Präsidenten Felix Gutzwiller und ernennt ein Übergangspräsidium. Thomas Geiser übernimmt vorerst.

Fränzi Zwahlen
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An der Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage gibt Präsident Felix Gutzwiller (l.) sein Amt ab. Thomas Geiser (r.) verdankt seine Arbeit und übernimmt das Amt - vorerst.

An der Mitgliederversammlung der Schweizerischen Gesellschaft Solothurner Filmtage gibt Präsident Felix Gutzwiller (l.) sein Amt ab. Thomas Geiser (r.) verdankt seine Arbeit und übernimmt das Amt - vorerst.

Hanspeter Bärtschi

50 Personen durften sich am Donnerstag Abend im Kino Uferbau in Solothurn zur Mitgliederversammlung einfinden. Die Zahl war schnell erreicht, obwohl es eine grosse Abwesende gab: Filmtagedirektorin Anita Hugi. Sie sei «unabkömmlich», sagte der Präsident Felix Gutzwiller bei seinen Begrüssungsworten. Hingegen war der ehemalige Direktor der Solothurner Filmtage, Ivo Kummer anwesend, der seit 2011 die Sektion Film beim Bundesamt für Kultur leitet.

Es war ein Abend zum Abschiednehmen: Felix Gutzwiller, der 2017 das Präsidium der Gesellschaft Solothurner Filmtage von Christine Beerli übernahm, demissionierte auf diese Mitgliederversammlung hin. Er habe dies eigentlich im vergangenen Jahr schon vorgehabt, gestand er in einer kurzen Abschiedsrede.

Doch das schwierige Jahr 2020 habe es unmöglich gemacht, das Schiff zu verlassen. Nun sei er aber dennoch soweit. «Das Amt hat mir Spass gemacht», sagte der ehemalige Nationalrat und Intensivmediziner, doch sei es an der Zeit, Platz für neue Kräfte zu schaffen.

Thomas Geiser und Anita Panzer übernehmen - vorerst

Ebenfalls aus dem Vorstand treten Regine Sauter und Elisabeth Baume-Schneider aus. Der jetzige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Thomas Geiser, Anita Panzer, Michaela Pini, Rainer Portmann, Res Strehle (für ein Jahr) und Jacquline Surchat. Diese Personen wurden alle für zwei Jahre von der Versammlung einstimmig wiedergewählt.

Gemäss Statuten konstituiere sich der Vorstand selbst, erwähnte Gutzwiller, erklärte aber, dass ein Übergangspräsidium mit Thomas Geiser als Präsident und Anita Panzer als Vize-Präsidentin amten werden.

Thomas Geiser verdankte anschliessend in launigen Worten die Verdienste von Felix Gutzwiller. In seinem letzten Jahresbericht sprach Gutzwiller von einem ganz schwierigen vergangenen Berichtsjahr. Er meinte damit die Rahmenbedingungen aufgrund der Pandemie für die Durchführung der 56. Filmtage im Januar 2021. «Immer wieder gab es neue Konzepte: Hybrid-Filmtage, oder doch vor Ort, oder beides parallel? Dennoch zeigte das Ergebnis, dass wir trotz diesen schwierigen Bedingungen einen grossen Erfolg verbuchen konnten.»

Man habe Neuland betreten müssen und sei dabei aber auf ein unerwartet treues Publikum gestossen . Man habe gar noch neue Publikumskreise gewinnen können.

Wie das Jahr 2020/21 sich in Zahlen zeigte, verdeutlichte Roland Kaiser. Zunächst habe man vier verschiedene Budgets ausgearbeitet. Das schliesslich durchgeführte Online-Ausgabe operierte mit einem budgetierten Kosten von 2,52 Mio. Franken und Einnahmen von 2,45 Mio Franken.

Schliesslich resultierte ein knapp positives Ergebnis von 7000 Franken. «Ein erfreuliches Anlageergebnis von 21000 Franken und Kostenbeiträge aus den diversen Fonds von 41'000 Franken beeinflussten den Rechnungsabschluss positiv und erlaubten sogar eine leicht Aufstockung des Organisationskapitals», schilderte Kaiser.

Auch habe man Investition von rund 100'000 Franken tätigen können und die Liquidität der Institution sei gewährleistet. Er hob aber hervor, dass auch das kommende Jahr sehr schwierig zu budgetieren sei. «Die Möglichkeit, wiederum zu einem reinen Vor-Ort-Festival zurückzukehren, scheint im Moment noch hypothetisch.»

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