Bundesratsnachfolge

Solothurner CVP wäre bereit für eigenen Bundesrat – Pirmin Bischof will Bedenkzeit

Die Solothurner CVP wäre bereit für einen eigenen Bundesrat. Pirmin Bischof weiss aber noch nicht, ob er kandidieren wird.

Die Solothurner CVP wäre bereit für einen eigenen Bundesrat. Pirmin Bischof weiss aber noch nicht, ob er kandidieren wird.

Das Bundesratskarussell dreht sich: Pirmin Bischof wird immer wieder als heisser Kandidat genannt. Die Solothurner CVP könnte sich durchaus einen eigenen Bundesrat vorstellen. Bischof bat jedoch um Bedenkzeit.

Für CVP-Kantonalpräsidentin Sandra Kolly ist es gar keine Frage: Nur allzugern würde sie einen Solothurner CVP-Mann ins parteiinterne Rennen um die Nachfolge der abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard schicken. Bereits am Freitag hat Kolly von der nationalen Parteileitung die Daten für allfällige Nominationen der Kantonalpartei mitgeteilt erhalten. Bis zum 25. Oktober müsste die Solothurner CVP demnach einen Kandidaten anmelden.

«Natürlich hoffe ich darauf, dass wir einen Kandidaten stellen können», sagt Kolly. Bereits seien mit den beiden nationalen Parlamentariern der Partei – Ständerat Pirmin Bischof und Nationalrat Stefan Müller-Altermatt – Gespräche geführt worden. Beide hätten sich aber eine Bedenkzeit ausbedungen, so Kolly. Für sie steht ausser Frage: «Wenn einer der beiden möchte, dann würden wir ihn nominieren.» Die Solothurner CVP hat deshalb bereits vorsorglich eine Vorstandssitzung vor dem 25. Oktober anberaumt.

«Eine persönliche Sache»

Kolly bleibt diplomatisch und erwähnt beide Solothurner CVP-Bundesparlamentarier. Dabei ist klar: Während ein Bundesratskandidat Müller-Altermatt bisher nirgends auf dem Radar nationaler Medien aufgetaucht ist, wird Bischof immer wieder – und seit Jahren – als Papabile genannt. Der Stadtsolothurner Ständerat selbst sagte gegenüber dieser Zeitung am Donnerstag: «Vor fünf Jahren hätte ich bedenkenlos kandidiert. Aber seit ich zwei Töchter habe, denke ich anders.»

«Jeder muss diese Frage selbst entscheiden. Es ist eine sehr persönliche Angelegenheit», sagt auch Kolly und ergänzt: Sie sehe bei sich selbst, wie viel Freizeit nur schon das viel kleinere Amt einer Kantonalpräsidentin einnehme. «Als Bundesrat ist dies nochmals ganz anders.»

Keine CVP-Frau?

Wenn die Solothurner CVP überhaupt jemanden nominiert, dann gewiss nur einen Mann. Stört es Kolly nicht, dass CVP-Männer bei der Nachfolgewahl Leuthards zunehmend im Vordergrund stehen? Mit Leuthard habe ihre Partei während 12 Jahren eine Frau im Bundesrat gestellt, sagt Kolly. «Ich habe nicht das Gefühl, dass man der CVP vorwerfen kann, nur Männer zu portieren.» Als wichtig sieht sie auch die regionale Vertretung an: Mit Doris Leuthard trete eine Aargauerin ab, mit dem gleichzeitig aus der Landesregierung ausscheidenden FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann ein Oberaargauer. Kolly sähe mit einem Solothurner das Mittelland weiterhin in der Landesregierung gut vertreten. Sie betont aber auch: Sogar wenn es eine Nomination gäbe, wäre ein Erfolg am Schluss auch grosses Glück: Zu viele Faktoren beeinflussten jeweils eine Bundesratswahl.

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