Gegen den Krieg
Ukraine-Kundgebung: Hunderte setzen auf dem Solothurner Kreuzacker-Platz ein Zeichen des Friedens

Am Freitagabend brachten Hunderte Solothurnerinnen und Solothurner ihre Solidarität mit den kriegsversehrten Menschen in der Ukraine zum Ausdruck. Auf dem Kreuzackerplatz versammelten sie sich zu einer Friedens-Kundgebung. Mit dabei: Bischof Gmür und Stadtpräsidentin Ingold.

Online-Redaktion
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Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Friedens-Kundgebung auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn.

Tele M1

Der russische Angriff auf die Ukraine bewegt die Menschen auf der ganzen Welt. Die Anteilnahme ist auch in der Schweiz riesig. In Solothurn versammeln sich am Freitagabend zahlreiche Menschen, um sich mit den vom Krieg betroffenen Ukrainerinnen und Ukrainern solidarisieren.

Die friedliche Kundgebung startete um 18 Uhr auf dem Kreuzackerplatz. Teilnehmerinnen entzündeten Kerzen und brachten Fahnen mit. Schnell sind einige hundert Personen auf dem Platz vor dem Berufsschulhaus versammelt.

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Bischof Felix Gmür betet inmitten der Menge
Bischof Felix Gmür
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Bischof Felix Gmür
Bischof Felix Gmür

Hanspeter Bärtschi / SZ

In Reden wurde die russische Attacke auf die Ukraine verurteilt. Viele Russen seien nicht einverstanden mit dem Angriff Putins. Andri Meyer von der Solothurner Juso forderte, dass Putin für seine «kriminellen Machenschaften» Wiedergutmachung zahlen soll.

Immer mehr Menschen stossen zur Kundgebung, sie singen gemeinsam Ave Maria. Sie sind gekommen, um ein Zeichen zu setzen. Auch wenn das in Russland wohl kaum wahrgenommen werde – es sei trotzdem wichtig, sagt einer der Anwesenden.

Christof Ramser

Hier zu demonstrieren für Frieden sei das einzige, was man derzeit in dieser schrecklichen Situation machen könne, so eine andere Demonstrantin. Dabei wird deutlich: Die Solothurnerinnen und Solothurner sind sehr betroffen vom Krieg in der Ukraine.

Bischof Felix Gmür und Stadtpräsidentin Stefanie Ingold.

Bischof Felix Gmür und Stadtpräsidentin Stefanie Ingold.

Hanspeter Bärtschi

Bischof Felix Gmür versucht das Gefühl zu beschreiben, wenn er sagt:

«Uns fehlen die Worte, wenn wir die Schrecken des Krieges sehen, wenn wir erkennen wie ohnmächtig wir sind, wenn wir von Trauer und Wut überrumpelt sind.»
Teilnehmerin der Kundgebung.

Teilnehmerin der Kundgebung.

Christof Ramser

Felix Gmür trauerte inmitten der Menschen

Der Bischof des Bistums Basel zeigte sich am Freitagabend an einer Kundgebung in Solothurn verletzlich angesichts der Kriegsgräuel in der Ukraine.

«Ich bin traurig, und ich bin kaputt. Kaputt, weil ich sehe, wie so viele sterben.» Nur wenige Sekunden blieb Felix Gmür auf der Treppe stehen, nachdem er das Mikrofon in die Hand genommen hatte, dann stieg er hinunter, mitten in die Menschenmenge. «Ich kann hier oben nicht alleine sein, ich brauche Euch», sagte der Bischof des Bistums Basel zu den mehreren Hundert Menschen, die sich gestern Freitagabend im Solothurner Kreuzackerpark versammelt hatten.

Gmür bedankte sich bei ihnen, dass sie für den Frieden einstehen. «Uns fehlen die Worte, wenn wir die Schrecken des Krieges sehen, wenn wir erkennen, wie ohnmächtig wir sind und wir von Trauer und Wut überrumpelt sind», sprach Gmür den Anwesenden aus dem Herzen. Viele folgten dem spontanen Aufruf, zündeten Kerzen an, hüllten sich in gelb-blaue Flaggen oder schwenkten die Regenbogenfahne als Zeichen für den Frieden.

Bischof Felix Gmür spricht zu den Menschen auf dem Kreuzackerplatz.

Christof Ramser

Die Solothurner Stadtpräsidentin Stefanie Ingold zeigte sich «überwältigt», dass so viele Menschen anwesend waren: «Wir stehen hin und zeigen, dass wir mit den Opfern von diesem schlimmen Krieg mitfühlen, und dass uns ihr grosses Leiden betroffen macht.»

Sie wolle schlicht daran glauben, dass es auf die kriegstreibenden Kräfte eine Wirkung habe, wenn diese sähen, dass ihr Handeln in ganz Europa Entsetzen auslöse. Für Frieden einzustehen, sei wichtiger denn je.

19-jähriger Biberister organisierte die Kundgebung

Organisiert wurde der Event von Lukas Paul Spichiger. Der 19-Jährige erklärte gegenüber dieser Zeitung:

Lukas Paul Spichiger organisiert die Kundgebung in Solothurn.

Lukas Paul Spichiger organisiert die Kundgebung in Solothurn.

zvg
«Wir wollen damit kein politisches Statement setzen, sondern unsere Solidarität mit den betroffenen Menschen zeigen.»

Teilnehmen wollen unter anderem Stadtpräsidentin Stefanie Ingold und Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel. Auch diverse Solothurner Parteien und Gruppierungen haben nach Angabe des Organisators ihre Teilnahme an der Kundgebung bestätigt.

Kerzen, Friedensfahnen und Spenden

Neben Kerzen, Feuerzeugen und Friedensfahnen könne man auch Spenden mitbringen, welche auf dem Kreuzackerplatz gesammelt werden. Besonders «medizinisches Material und alles rund ums Thema Baby» sollen den Ukrainerinnen und Ukrainern in dieser schwierigen Situation helfen. Besonders zu beachten sei, dass die Spenden original verpackt und das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist.

Flyer zur Kundgebung.

Flyer zur Kundgebung.

zvg