Öffentlicher Verkehr

So (un)rentabel sind die Strecken des regionalen Personenverkehrs im Kanton Solothurn

Zug im Bahnhof Olten. (Archivbild)

Zug im Bahnhof Olten. (Archivbild)

Der regionale Personenverkehr rentiert nicht. Auch nicht im Kanton Solothurn. Eine Statistik des Bundesamts für Verkehr zeigt nun, wie viel Prozent der Kosten die Transportunternehmen mit ihren Linien decken können.

Wer 2019 mit dem Bus Nummer 502 von Olten über Starrkirch-Wil nach Dulliken unterwegs war, nutzte die rentabelste öV-Strecke, die vollständig im Kanton Solothurn liegt. Das geht aus einer Statistik des Bundesamts für Verkehr (BAV) hervor. Demnach kann die besagte Strecke der Busbetriebe Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) rund 73 Prozent der anfallenden Kosten selber tragen. Mit diesem Kostendeckungsgrad befindet sich die Strecke im schweizweiten Vergleich auf Platz 101, von insgesamt 1423. 

Bisher hielten sich Bund und Transportunternehmen aus politischen und wirtschaftlichen Gründen eher bedeckt über die Zahlen rund um die Rentabilität des regionalen Personenverkehrs, wie der «Tagesanzeiger» in einem Bericht schreibt. Auf sein Gesuch hin habe der Bund jedoch die Daten offengelegt: Laut der Statistik sind lediglich 18 Strecken des regionalen Personenverkehrs in der Schweiz rentabel. An der Spitze: die Strecke Riddes-Leytron im Wallis mit einem Kostendeckungsgrad von 191 Prozent. Auffallend gut schneiden auch Nachtangebote ab. Die restlichen über 1400 Strecken erreichen allerdings keine 100 Prozent, rund 500 kaum mehr 30 Prozent.

Auch im Kanton Solothurn erweist sich von insgesamt 59 keine Strecke als rentabel. Am besten schneidet noch der Regionalzug der SBB von Olten nach Luzern mit einem Kostendeckungsgrad von 93 Prozent ab. Knapp über 80 Prozent fahren die SBB-Züge Olten–Aarau–Zürich ein. Doch die Strecken liegen nur teilweise im Kanton Solothurn. So können sich nach der Strecke Olten-Dulliken lediglich vier weitere Busstrecken, die komplett auf Solothurnischem Boden liegen, noch über einem Kostendeckungsgrad von 60 Prozent halten. Dabei handelt es sich vorwiegend um Strecken mit Agglomerationsverkehr und Überlandverbindungen.

Interessant ist ein Blick auf die Regionalbahnen: Der RBS, der die Kantonshauptstädte Solothurn und Bern verbindet, erreicht eine Kostendeckung von immerhin knapp 68 Prozent. Die Oensingen-Balsthal-Bahn kommt auf rund 38 Prozent. Das «Bipperlisi» (Solothurn–Oensingen–Langenthal) kommt auf 32 Prozent und auch für die Solothurn–Moutier–Bahn werden 31 Prozent ausgewiesen. Die schlechteste Kostendeckung der Bahnlinien wird für das «Läufelfingerli» vermeldet, das auf der Strecke Sissach–Läufelfingen–Olten 20 Prozent verzeichnet.

Weitere unrentable Linien sind im Niederamt, im Bucheggberg und im Wasseramt zu finden: Die beiden Überland-Buslinien Olten–Hauenstein–Wisen und Rohr b. Olten–Stüsslingen–Lostorf beispielsweise erreichen nur noch rund 23 Prozent. Damit sind sie gerade noch über dem Wert, wo das Bundesamt eine Überprüfung der Strecke in die Wege leitet. Wie der «Tagesanzeiger» weiter schreibt, betrifft dies alle Strecken, die einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent und tiefer erreichen und nicht im ländlichen Gebiet liegen. Schweizweit stehen rund 13 solcher Strecken zur Debatte. In diese Kategorie fällt auch die Buslinie Lohn-Lüterkofen–Mühledorf–Gächliwil–Schnottwil mit 16 Prozent Kostendeckungsgrad. Als Überlandverbindung jedoch sollte sie nicht in Gefahr sein. (szr)

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