Schnee und Corona
Skilift-Betreiber warten noch auf weisse Pisten und grünes Licht vom Kanton

Die Skigebiete im Kanton Solothurn sind betriebsbereit. Wie in Vorjahren fehlt der Schnee – und wegen Corona auch noch die richtige Bewilligung.

Lisan Vugts
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Ob Skilifte diese Saison genutzt werden, ist 2020 nicht nur vom Schnee abhängig.

Ob Skilifte diese Saison genutzt werden, ist 2020 nicht nur vom Schnee abhängig.

Schweiz am Sonntag

Das erste kleine bisschen Schnee ist gefallen; noch warten die Skigebiete im Kanton aber auf den Start der Wintersportsaison. Es fehle eine ausreichende Schneedecke, die präpariert werden könne. Dieses Jahr ist allerdings nicht nur diese entscheidend dafür, ob Solothurnerinnen und Solothurner Skifahren können: Auch die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit müssen beachtet werden; wie etwa der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Meter.

Auf Anfrage geben sich die Betreiber der Skilifte des Kantons jedoch zuversichtlich. Denn: In den hiesigen Skigebieten – Langenbruck/Holderbank, Beinwil, Grenchen- und Balmberg – gibt es ausschliesslich Bügel- oder Tellerlifte. So sind Ski- und Snowboardfahrer stets an der frischen Luft und kommen mit genügend Abstand zu anderen Schneesportlern den Berg hinauf. Skilift-Betreiber müssen – im Gegensatz zu Gondelbahnen beispielsweise – keine Plätze abdecken. Doch diese Zuversicht allein genügt nicht. Auch auf Parkplätzen oder bei Haltestellen für den öffentlichen Verkehr werden Menschenansammlungen vorkommen.

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, besteht auf dem gesamten Areal eines Skigebiets – einschliesslich Zugangs-, Pisten- und Wartebereiche – deshalb auch eine Maskenpflicht. All diese Vorgaben müssen befolgt und in einem Schutzkonzept festgehalten werden – dieses muss am Schluss auch noch vom Kanton bewilligt werden. Eine Bewilligung brauchen Betreiber ab dem 22. Dezember – Stand heute hat noch kein Skilift im Kanton eine. Ob sich das noch ändert, ist abhängig von der aktuellen Situation im Bezug auf die Coronakrise.

«Das Bedürfnis nach Schneesport ist da»

Auf Anfrage gab es, nach einer Sitzung des kantonalen Fachstabes Pandemie am Montag, noch keine Aussagen zur Bewilligung der Schutzkonzepte in den Skigebieten. Voraussichtlich ab diesem Wochenende soll Klarheit herrschen. Für eine Bewilligung der Schutzkonzepte in den Skigebieten muss sich die Lage im Kanton in Bezug auf Corona zudem noch verbessern: Nehmen Fallzahlen weiter zu, ist ein Betrieb wohl eher nicht vorstellbar.

Man sei sich der prekären Lage im Kanton bewusst, erklärten die Verantwortlichen der Skigebiete. «Wir schauen einfach von Woche zu Woche, wie sich die Situation entwickelt und was es für Auflagen einzuhalten gilt», sagt Pascale Ris, Mediensprecherin der Skilifte auf dem Grenchenberg.

Bewilligungen aus zwei Kantonen

Auf der anderen Seite hofft man aber darauf, dass bei genügend Schnee die Anlagen im Kanton genutzt werden: «Für uns wäre das ein Hohn, wenn Schneesportler aus der Region nur in den Alpen Skifahren dürften» – nicht aber in den Skigebieten im Kanton, erklärt Peter Hammer, Sprecher für das Skigebiet Langenbruck/Holderbank. Was in diesem Skigebiet zudem speziell ist: Das Schutzkonzept muss von zwei Kantonen bewilligt werden. Das Gebiet liegt zum Teil auf Solothurner, zum Teil auf Baselbieter Boden.

Trotz aller derzeit geltenden Regeln – oder gerade deswegen – sei das Bedürfnis nach Schneesport da, bekräftigt Pascal Grolimund vom Skigebiet Hohe Winde in Beinwil. Es seien in den vorangehenden Wochenenden auch schon viele zum Schlitteln gekommen. Auch auf dem Grenchenberg soll diese Saison geschlittelt werden. Wenn der neue Kinderlift in Betrieb genommen werden kann, kann man sich mit speziellen Holzschlitten, sogenannten «Pistenböcken», bis an den oberen Waldrand ziehen und dann bis zur Talstation am Unterberg über den Schnee gleiten lassen.

Dazu muss es aber zuerst noch eine ordentliche Portion Schnee geben. Wobei dieser auch nur genutzt werden kann, wenn die Schutzkonzepte der Skilift-Betreiber auch bewilligt werden.

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