Das in Hägendorf ansässige Medizinaltechnikunternehmen Sensile Medical bleibt auf Wachstumskurs: «Wir befinden uns in einer raschen Aufbauphase», wird Firmenchef Derek Brandt im jüngsten Newsletter der Solothurner Wirtschaftsförderung zitiert. Bis Ende 2017 wachse der Personalbestand deutlich auf 120 bis 150 Mitarbeitende an. «Wir benötigen deshalb für alle Abteilungen mehr Platz», so Brandt.

Kapazitätsgrenze in Hägendorf erreicht

Am jetzigen Standort in Hägendorf komme man an die Kapazitätsgrenze, ein weiterer Ausbau sei nicht möglich, ergänzt auf Anfrage Sandra de Haan, Verkaufsleiterin bei Sensile Medical. Deshalb zügelt das Unternehmen im dritten Quartal auf das Usego-Areal in Olten. Der Umzug sei die logische Konsequenz des Wachstums. «Dank der Wirtschaftsförderung Olten und des Kantons Solothurn konnten wir neue Räumlichkeiten finden, welche unseren Platzansprüchen für die nächsten Jahre entspricht», so de Haan. Nach Angaben der Arealbesitzerin, der Swiss Prime Site AG, werde Sensile eine Fläche von rund 3200 Quadratmeter beziehen. Die Eigentümerin spricht von «einem Ankermieter mit einem langfristigen Mietvertrag».

Auf Wachstumskurs

Bereits im vergangenen September gab das junge Unternehmen bekannt, sich dank zwei Grossaufträgen zur Entwicklung neuer Medizinalgeräte auf einem starken Wachstumskurs zu befinden. Basierend auf der eigens entwickelten und patentierten Pumpenplattform-Technologie produziert das Unternehmen Hightech-Mikropumpen für die dosierte und patientenspezifische Abgabe von Flüssigmedikamenten. Die Mikropumpen können von den Patienten auf der Haut getragen werden und befördern flüssige Medikamente aus einer Ampulle subkutan in den Körper. Die Kunden seien namhafte Pharma- und Biotechfirmen. 

Schwierige Suche nach Fachkräften

Damals beschäftigte Sensile Medical 65 Mitarbeitende. Im Zeitraum August bis Ende 2016 seien 21 zusätzliche Angestellte rekrutiert worden und «im Januar sind weitere acht Angestellte zu uns gestossen», sagt de Haan. Ferner habe man einen weiteren Kunden für ein Projekt gewinnen können. Die neuen Aufträge bewegten sich in einer signifikanten Grössenordnung und sorgten auch langfristig für eine gute Entwicklung, hiess es damals. Umsatzzahlen gibt die Firma zwar nicht bekannt, aber wohl dessen Entwicklung. «Wir erwirtschaften derzeit einen positiven Cash-flow und erwarten in den kommenden Jahren ein jährliches Umsatzwachstum von 50 Prozent.»

«Daraus resultierend bauen wir in allen Bereichen weiterhin massiv aus», erklärt de Haan. Allerdings gestalte sich die Suche nach Fachkräften ziemlich schwierig. «Wir suchen aktuell über alle möglichen Kanäle, von Online-Suchportalen, über Stellenvermittler, Headhunter, Social Media-Kanälen bis hin zur Rekrutierung via Mund-zu-Mund-Werbung über die Mitarbeitenden.»

Von der Garage zur Denkschmiede

Was 2004 in einer Garage im zugerischen Baar begonnen hat, entwickelte sich bis heute zu einer respektablen Denkschmiede in Hägendorf. Entstanden sind bislang mehrere Abgabesysteme für Flüssigmedikamente. In Hägendorf selbst sind die Bereiche Engineering, Elektrotechnik, Softwareentwicklung, Mikrosystemtechnik und Management angesiedelt. Produziert wird aber anderswo. Zu Sensile’s Startzeiten wäre eine eigene Produktion sehr risikobehaftet gewesen, erklärt Verkaufsleiterin de Haan. «Deshalb haben wir Produktionspartner mit dem notwendigen Know-How und Erfahrung gesucht.» Diese seien hauptsächlich in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern ansässig.