«Vitus ist ein beeindruckendes Tier. Mit über zwei Metern Flügelspannweite unglaublich gross, charakterstark, frech und lernfreudig.» Marc Zihlmann, Betriebsleiter des Sikyparks, schwärmt vom neusten Zuwachs der Zoofalknerei. Der dreijährige Riesenseeadler Vitus kam im Juni aus dem Greifvogelpark Buchs (SG) nach Crémines im Berner Jura. Seither trainiert er mit den Tierpflegerinnen und Tierpflegern für seinen ersten Freiflug.

Grosses Schwergewicht

Noch bevor die Flugpräsentation in die Winterpause geht, soll Vitus bei der Aktivität mitmachen und durch den Sikypark fliegen. Laut Betriebsleiter ist der Riesenseeadler auf gutem Weg dahin. Er lerne schnell, sei aufgeweckt und habe sich bereits an seine Bezugspersonen gewöhnt. Das Training sei anspruchsvoll. «Auch wir müssen uns erst an das Gewicht und die Stärke des Tiers anpassen», erklärt Zihlmann. «Einen sieben Kilo schweren Greifvogel auf dem Arm zu halten, das braucht Kraft und auch Mut.» Zum Vergleich: Wüstenbussardin Hera hielt mit ihren drei Kilo bisher den ersten Platz als grösster Greifvogel im Zoo. 

Ein Riesenseeadler in Aktion. (Archiv)

Ein Riesenseeadler in Aktion. (Archiv)

Gefährdete Schönheit

In freier Wildbahn leben gerade noch 5000 Riesenseeadler an der Pazifikküste Russlands und Japans, weshalb die Rote Liste den Bestand der Riesenseeadler als gefährdet einstuft. Die Zerstörung des Lebensraums, Überfischung und geringe Fortpflanzungsraten sind nur einige Gründe für die sinkenden Zahlen. (mgt)