«Tapfer und treu», so lautet das Motto der Päpstlichen Schweizergarde in Rom. Was in seinem Wortlaut so heroisch klingt, passt im Ansatz auch zur Vereinigung der ehemaligen Schweizergardisten, Sektion Solothurn, die am Samstag in Olten ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann. Zwar ist Tapferkeit keine Grundvoraussetzung zum Mitmachen beim rund 50 Mann und Frau starken Verein, doch die Treue und Verbundenheit zur aktiven Garde spielt eine zentrale Rolle.

Werbetrommeln für die Garde

So weiss auch der aus Trimbach stammende Matthias Zimmerli, der nach erfolgreich absolviertem Passerellenlehrgang nun an der Uni Bern studiert, zu berichten, dass ihn die prägenden Erinnerungen aus seiner Aktivzeit im Vatikan in die Reihen der Ex-Gardisten geführt haben. Der 27-jährige Geschichts- und Politikstudent gehört – mit Dienstzeit 2013 bis 2015 – zur jüngeren Garde der Ehemaligen.

Er wirkt jedoch bereits aktiv in der Sektion mit, von denen es insgesamt 13 im Schweizer Zentralverband gibt. Gegründet wurde dieser Zentralverband 1921 in Luzern mit der Absicht, den Kontakt unter den heimgekehrten Gardisten zu pflegen und auch die Garde in Rom aktiv zu unterstützen. Letzten Herbst war Solothurn Schauplatz der alle zwei Jahre durchgeführten gesamtschweizerischen Generalversammlung mit mehreren Hundert Teilnehmern. Matthias Zimmerli war an dieser farbenfrohen Zusammenkunft auch beteiligt.

Bereits in Solothurn stand auch die Anwerbung neuer Gardisten auf dem Programm, da geburtenschwache Jahrgänge die Rekrutierung in den nächsten Jahren erschweren werden. Auf das Jubiläum vor seiner Haustüre freut sich Zimmerli und hofft, in Olten junge Interessenten für die Garde gewinnen zu können. «Meine zwei Jahre in Rom waren eine einzigartige Zeit», weiss er zu erzählen, «eine wahre Lebensschule, bei der ich viele interessante Menschen kennen gelernt habe und in einer verantwortungsvollen Aufgabe selber wachsen konnte.»

Öffentlicher Festgottesdienst

So soll die rund um die Martinskirche in Olten durchgeführte Jubiläums-Generalversammlung nicht der Nabelschau dienen, sondern ein Anlass für die ganze Bevölkerung sein. Von 15.30 bis 17 Uhr wird in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Jugend juse-so in einem Rätsel-Raum die Schweizergarde vorgestellt.

Weiter gibt es einen Informationsstand für jene, die sich für ein Engagement in der ältesten Gardeeinheit der Welt interessieren. Mit dem öffentlich zugänglichen Festgottesdienst um 17 Uhr beginnt der offizielle Teil der Jubiläumsfeiern, die mit einem Nachtessen und vielen schönen Erinnerungen ausklingen werden.