Kanton Solothurn

Schulen geschlossen: Jetzt wird Heimschulung für die Kinder organisiert

Die Kinder sollen zuhause beschäftigt werden.

Die Kinder sollen zuhause beschäftigt werden.

Der Bundesrat hat entschieden den Unterricht an den Schulen auszusetzen und das Veranstaltungsverbot auszudehnen. Der Kanton Solothurn begrüsst diese Massnahmen. Es soll Heimschulung angeboten werden. Zudem wird ein Besuchsverbot für Alters- und Pflegeheime ausgesprochen.

Wegen des Corona-Virus bleiben alle Schulen im Kanton Solothurn ab Montag geschlossen. Der Kanton stellt sich damit voll und ganz hinter die Entscheidung des Bundesrats, liessen die Verantwortlichen am Freitag an einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz verlauten. Dieser verkündete nur zwei Stunden zuvor, dass schweizweit die Schulen geschlossen und das Veranstaltungsverbot ausgedehnt wird. Für die Bevölkerung bedeutet dies Folgendes:

Obligatorische Schule und Kindergarten

Alle obligatorischen Schulen und Kindergärten bleiben von Montag, 16. März, bis Sonntag, 19. April, geschlossen. Während dieser Zeit müssen sich Eltern selbst um ihre Kinder kümmern, wie Regierungsrat Remo Ankli erklärte. Die Gemeinden arbeiten jedoch gemeinsam mit der jeweiligen Schulleitung an einem freiwilligen Betreuungsprogramm für die Kinder. Ebenfalls werden die Schulen eine Art «Homeschooling» mit entsprechenden Unterlagen für ihre Schüler vorbereiten. Wie das Betreuungsprogramm und der Unterricht zu Hause aussehen werden, erfahren die Eltern am Mittwoch, 18. März, ab Mittag über die gängigen Kanäle der Schulleitungen. Das Ziel sei es, am 23. März mit dem Programm beginnen zu können.

Mathias Stricker, Präsident des Solothurner Lehrerverbandes: «Eine solche Situation hatten wir noch nie»

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Ab dem 16.März werden die Schulen im Kanton Solothurn geschlossen. Die Lehrerinnen und Lehrer müssen nun eine Heimschulung auf die Beine stellen. 

Nichtobligatorische Schulen

Die Kantonsschulen Solothurn und Olten, die Berufsbildungszentren Solothurn-Grenchen und Olten, sowie die Fachhochschulen und Höheren Fachschulen bleiben ab sofort bis und mit am 19. April geschlossen. Auch Weiterbildungsinstitutionen und überbetriebliche Kurse sind davon betroffen. Allerdings werden die Kantonsschulen und die Berufsbildungszentren versuchen, ihren Unterricht über digitale Möglichkeiten – wie beispielsweise virtuelle Klassenzimmer – weiterzuführen. Wie genau das geschieht, werden die jeweiligen Schulleitungen kommunizieren. Die Lernenden sind jedoch angehalten, die Situation mit ihren Berufsbildnern abzusprechen.

Die Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium, die Fachmittelschule und die Berufsmaturität werden voraussichtlich auf nach den Frühlingsferien verschoben. Wann die Lehrabschlussprüfungen durchgeführt werden, wird zurzeit abgeklärt.

Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen

Um zu vermeiden, dass sich die ältere und die jüngere Generation vermischen, empfiehlt der Regierungsrat, familienergänzende Betreuung, wie Kindertagesstätten oder Spielgruppen wie gewohnt weiterzuführen.

Veranstaltungen und Freizeit

Im Kanton sind nach wie vor Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden verboten. In Bars, Restaurants, Clubs, Museen und Sportzentren dürfen sich nicht mehr als 50 Personen auf einmal befinden, inklusive Personal. Für alle Arten von Veranstaltungen und Anlässe gelten dieselben Auflagen, damit sie durchgeführt werden dürfen. Diese beinhalten beispielsweise, dass Listen mit den anwesenden Personen geführt werden müssen.

Spitäler, Alters- und Pflegeheime

Ab Montag, 16. März, ist es verboten Personen in Spitäler, Alters- und Pflegeheime zu besuchen. Mit dieser Massnahme, will die Regierung die besonders gefährdeten Menschen vor einer Ansteckung schützen. Eltern von Neugeborenen oder kranken Kindern sowie Angehörige von schwer kranken Menschen sind aber nach wie vor zugelassen.

Aktuelle Situation im Kanton Solothurn

Momentan gibt es im Kanton zehn bestätigte Fälle, informiert Kantonsarzt Lukas Fenner. In den Spitälern sei es noch relativ ruhig, doch die Situation könne jederzeit kippen. Er empfiehlt jungen, gesunden Menschen, die Symptome aufweisen, sich zu Hause auszukurieren. Corona-Tests würden vor allem bei Pflege- und Arztpersonal eingesetzt. Bestätigte Infizierte müssen in Selbstisolation für zehn Tage. Leute, die Kontakt mit infizierten hatten, müssen nach heutigem Stand fünf Tage in Quarantäne.

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