Delegiertenversammlung
Schiesssportverband hat trotz Erfolgen mit den Finanzen zu kämpfen

Im vergangenen Jahr hat der Verband ein Konzept zur Förderung des Nachwuchses ausgearbeitet und konnte zahlreiche Erfolge verzeichnen. Die Finanzen des Verbandes bereiten aber nach wie vor Sorgen.

Mark A. Herzig
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Schütze beim Schiessen in einer Schiessanlage (Symbolbild, Archivbild)

Schütze beim Schiessen in einer Schiessanlage (Symbolbild, Archivbild)

Walter Christen

460 Delegierte und Gäste versammelten sich am Samstag im Solothurner Brühlschulhaus zur Delegiertenversammlung des Solothurner Schiesssportverbandes (SOSV). Das Jahr 2013 werde als «Vorbereitungsjahr» in die Annalen des Verbands eingehen, meinte einleitend Präsident Heinz Hammer (Egerkingen). Der Jahresbericht, der 144 Seiten umfasst, erweist sich als wahres Nachschlagewerk und ein «Who's who» des kantonalen Schiesswesens.

Als «Vorbereitungsjahr» stand das Jahr 2013 unter anderem im Zeichen des Kantonalen Schützenfestes 2016 im Wasseramt. Zu organisieren galt und gilt es aber auch die Solothurner Teilnahme am Eidgenössischen Schützenfest 2015 im Wallis und am Schützenfest für Jugendliche 2014 in Bern.

Gute Arbeit - grosse Erfolge

Neben den üblichen Geschäften gab es 2013 vor allem im Nachwuchsbereich grosse Neuerungen, wie Präsident Heinz Hammer erläuterte. Rolf Kaiser (Abteilungsleiter Ausbildung und Nachwuchs) ergänzte: «Swiss Olympic erwartet pro Woche zehn Stunden Training.»

Zudem sollte für jeden Verein ein Erwachsenensport-Leiter (ESA) bestehen. Weiter stellte er fest, dass der Verband mit dem Jugendförderungskonzept auf gutem Weg sei. Er betonte aber, dass die Basis der Jugendförderung in den Vereinen gelegt werden muss.

Die Abteilungsleiter Jürg Dietschi (Gewehr 300m/Pistole), Marcel Studhalter (Gewehr 50/10 m), Hanspeter Meister (Leistungssport) berichteten über viele kleine, aber auch eine ganz ansehnliche Zahl grosser Erfolge, gewannen doch Schützinnen und Schützen aus dem ganzen Kanton an ver-schiedensten Anlässen Edelmetall.

Die Sicherheit der Schweiz

Die Gastredner rückten die Sicherheit des Landes ins Zentrum. Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri betonte ein gutes Verhältnis zwischen Stadt und Schützen, besonders zum organisierenden Bezirksschützenverband mit Präsident Alexander Rudolf von Rohr an der Spitze.

Eine für die Schützen gute Nachricht brachte er aus dem Nationalrat mit, der es abgelehnt hatte, alle Waffen (nach)registrieren zu lassen. «Gesetzestreue Bürger würden ihre Waffen registrieren lassen, Kriminelle hingegen nicht. Da wäre mit viel Aufwand wenig gewonnen.»

Für Kantonsratspräsident Peter Brotschi sind die Schützen Garant für Tradition und Wandel. Als Milizoffizier mit über 30 Dienstjahren in der Luftwaffe brach er eine Lanze für den Gripen.

«Keine Sicherheit ohne glaubwürdige Armee - keine glaubwürdige Armee ohne moderne Flugzeuge.» Den Gedanken nahm Brigadier Peter Stocker auf. Er ist Kommandant des Lehrverbandes Genie und Rettung mit Sitz in Zuchwil.

Die Armee ist mit den neuen Zielsetzungen von Grösse und zur Verfügung stehenden Mitteln gefordert. Stocker: «Ausgewogenheit auch zwischen Luft und Boden ist Bedingung, ohne diese können wir den verfassungsmässigen Auftrag nicht erfüllen.»

Die von Siegfried Meier, Vize-Präsident und Abteilungsleiter Finanzen, vorgelegte Jahresrechnung schliesst bei Einnahmen von knapp 370 000 Franken mit einem Ausgabenüberschuss von nicht ganz 10 000 Franken.

Das Budget für 2014 weist zwar einen höheren Fehlbetrag (26 000 Franken) aus, bewegt sich aber sonst im gleichen Rahmen, sodass bei den Beiträgen keine Anpassungen vorgenommen wurden.

Meier wie Hammer wiesen darauf hin, dass man nicht viel länger von der Substanz leben könne und eine Beitragserhöhung diskutiert werde. Rechnung und Voranschlag wurden von der Delegiertenversammlung gutgeheissen. Auffallend auch hier: Die für Nachwuchs bzw. Jungschützenförderung vorgesehenen 68 000 Franken sind die mit Abstand grösste Rückstellung.

Felix Oser (Hofstetten) und Hubert Bur (Wolfwil) wurden für ihre langjährige Tätigkeit im solothurnischen Schiesswesen, besonders in der Präsidentenkonferenz, mit Applaus zu verdienten Mitgliedern ernannt.