Die Jury des Solothurner Unternehmerpreises habe aus einer Vielzahl von Bewerbungen den «Sieger der Sieger» auswählen können, erklärte an der Verleihung des «Solothurner Unternehmerpreises» Laudator und Jury-Mitglied Peter Naegeli.

Mit der Wahl der EAO AG in Olten sei ein Unternehmen ausgezeichnet worden, «welches sich beispielhaft mit seiner Marktleistung im internationalen Markt behauptet». Das Familienunternehmen komme dem diesjährigen Kriterium – «Täglich weltweit im Einsatz» – sehr, sehr nahe.

Zwar seien die Produkte auf den ersten Blick eigentlich ganz banale Drucktasten, Leuchttasten oder Schalter. «Aber der Preisträger macht aus einem alltäglichen Produkt eine Spezialität, welche beim näheren Hinschauen ihre Banalität verliert», so Naegeli weiter.

«Ängste sind ernst zu nehmen»

Für Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss ist der zum 21. Mal vergebene und mit 20'000 Franken dotierte Unternehmerpreis ein Symbol, ein Sinnbild für den Kanton Solothurn. «Wir ehren – stellvertretend für viele hervorragende Firmen – ein Unternehmen, welches für den Kanton, für das Unternehmertum ganz allgemein und besonders auch für die Volkswirtschaft wichtig ist.» Das erwähnte Jahreskriterium thematisiere eine der ganz grossen Herrausforderungen, spann Wyss in ihrer Ansprache den Bogen zu einem differenzierten Blick auf die Grosswetterlage.

Die Verbesserung des Zugangs zu bestehenden und die Öffnung neuer Märkte seien zentrale Faktoren, damit auch der Kanton Solothurn wettbewerbsfähig und erfolgreich bleibe. Aber: «Wir dürfen die Globalisierung nicht wie ein Naturereignis über uns ergehen lassen, sondern müssen sie gestalten und Rahmenbedingungen so festlegen, dass Selbstbestimmung und Wohlstandssicherung für alle Marktteilnehmenden gefördert werden.»

Zwar habe die Marktöffnung unbestritten zu mehr Wohlstand geführt. Trotzdem würden auch bei uns Stimmen lauter, welche einen neuen Protektionismus forderten. Die Menschen hätten Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, der grösser werdenden Konkurrenz nicht mehr gewachsen zu sein und sozial abzusteigen oder ausgegrenzt zu werden. «Diese Ängste sind berechtigt und müssen ernst genommen werden», hielt die erste Regierungsrätin der Grünen im Kanton Solothurn fest. Diese Bedenken könnten nur abgebaut werden, wenn es gelinge, faire Teilnahmebedingungen im globalisierten Markt für alle zu schaffen.

Absage an «Schwarz/Weiss»

Zwar könnten Arbeitsplätze nur dann langfristig erhalten und ausgebaut werden, wenn die Schweiz offen bleibe und die Firmen die Möglichkeit hätten, sich international zu bewegen. Lokale Firmen müssten sich strategisch so ausrichten können, dass sie Wertschöpfung generieren könnten. «Die Politik aber hat dabei den Auftrag, entsprechende Rahmenbedingungen auszuhandeln und flankierende Massnahmen umzusetzen.»

Das sei bekanntlich keine Einbahnstrasse. Dank der Konsens-Kultur sei man hierzulande bestens gerüstet, zusammen Lösungen zu erarbeiten. Es gelte, anstehenden Probleme mit stichhaltigen und faktenbasierten Argumenten auszudiskutieren – ganz ohne Scheuklappen. Denn, so Wyss: «Schwarz/Weiss- oder entweder/oder-Positionen bringen uns nicht weiter.»

Erhalt und Schaffung neuer Arbeitsplätze, durchlässiges Bildungssystems, weitere Stärkung der dualen Berufsbildung, sichere Energieversorgung, effizienter Umweltschutz, Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung– das seien Schwerpunkte in der Legislaturplanung des Regierungsrates, damit Solothurn als Standortkanton auch künftig gut positioniert sei. (FS)