Tote Rinder
Regierungrat nimmt den Veterinärdienst im Fall Boningen in Schutz

Die Solothurner Regierung stellt sich grundsätzlich hinter den Veterinärdienst, wie aus einer Antwort auf die Interpellation von Kantonsrat Felix Lang hervorgeht.

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Aufnahmen vom 18. April 2014 zeigen ein an Fellausfall leidendes Rind aus dem besagten Hof in Boningen.

Aufnahmen vom 18. April 2014 zeigen ein an Fellausfall leidendes Rind aus dem besagten Hof in Boningen.

Karin Aschwanden

Im Drama rund um die 15 verendeten Rinder auf einem Hof in Boningen, steht auch der kantonale Veterinärdienst unter Beschuss. In einer Interpellation stellt Kantonsrat Felix Lang (Grüne, Lostorf) dessen Glaubwürdigkeit infrage – und fordert von der Regierung eine «akribische» Untersuchung, ob das Veterinäramt seiner Kontrollaufgabe in diesem spezifischen Fall auch tatsächlich nachgekommen ist.

In ihrer Stellungnahme unterstreicht die Regierung, wie diese Zeitung bereits Ende Juli berichtet hat, dass «die Arbeit des Veterinärdienstes im Fall Boningen samt den vorausgegangenen Kontrollen auf dem Betrieb derzeit vertieft analysiert und abgeklärt» wird. Ziel dieser internen Abklärungen sei es, «allfälliges Verbesserungspotenzial für die Zukunft» eruieren und umsetzen zu können.

Aus den Antworten der Regierung auf die Fragen von Felix Lang wird dabei deutlich, dass sie sich grundsätzlich hinter den Veterinärdienst stellt. Besagte Hof war zuletzt im Februar 2016 einer Tierschutzkontrolle unterzogen worden. «Gestützt auf diese Kontrollen wurden dem Veterinärdienst keine Beanstandungen oder auffälligen Beobachtungen gemeldet.» Ein nächster Besuch wäre Ende Juni vorgesehen gewesen.

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.
12 Bilder
... alles andere als gesund.
Teilweise fehlt das Fell.
Der betroffene Bauernhof in Boningen
Die Beine sind verdreckt.

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus.

zvg

Dies deshalb, weil das Veterinäramt in den Jahren 2014 und 2015 bei der Tierhaltung gewisse Mängel festgestellt hatte, die der Landwirt aber fristgerecht behoben habe. Der besagte Betrieb hatte damit bereits einen höheren Kontrollrhythmus als Betriebe ohne oder mit einem geringen Risiko, heisst es in der Stellungnahme.

Im Mai, gut einen Monat vor der erneuten Kontrolle, sind dennoch 15 Tiere verendet. Die Regierung spricht von einer «nicht voraussehbaren Eskalation», die selbst mit noch höheren Kontrollintervallen «nicht in jedem Fall erkannt und verhindert» werden kann. Sie würdigt zudem das «risikobasierte Kontrollsystem», das ab 2015 kantonsweit umgesetzt wird. (esf)

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