Kanton Solothurn

Polizei stellt 65 Fahrzeuge sicher und zeigt 165 «Auto-Poser» an – am häufigsten gabs eine Busse

Kantonspolizei Solothurn nutzt Lockdown für gegen Auto-Poser vorzugehen

Kantonspolizei Solothurn nutzt Lockdown für gegen Auto-Poser vorzugehen

Auto-Poser haben in den letzten Jahren zugenommen. Darum hat die Kantonspolizei Solothurn die freien Kapazitäten des Lockdowns genutzt, um gegen die Poser vorzugehen. Sie konnten bereits 160 Anzeigen ausstellen und 65 Fahrzeuge sicherstellen.

Im Rahmen eines Schwerpunkts gegen «Auto-Poser» hat die Kantonspolizei Solothurn in diesem Jahr bislang 65 Fahrzeuge sichergestellt. Zudem hat sie über 160 Autolenker angezeigt, weil sie unnötigen Lärm verursacht oder ihre Fahrzeuge abgeändert haben.

Die Kantonspolizei Solothurn ist in diesem Jahr vermehrt gegen sogenannte «Auto-Poser» vorgegangen. Autofans also, die mit ihren Fahrzeugen viel Lärm machen, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und damit gleichzeitig gegen das Gesetz verstossen. 165 Strafanzeigen hat die Kantonspolizei bislang eingereicht, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. 65 Fahrzeuge wurden eingezogen.

«In 90 Fällen haben die Beschuldigten mit ihren Fahrzeugen unnötigen Lärm verursacht, etwa durch das Hochdrehen des Motors oder mit hochtourigem Fahren in niedrigen Gängen», heisst es in der Mitteilung.

75 der 165 Strafanzeigen sind wegen Führens nicht vorschriftsmässiger Fahrzeuge ausgestellt worden, so die Kapo weiter. Meistens sei die Auspuffanlage oder die Motorsteuerung abgeändert worden. Bei der Kantonspolizei Solothurn gingen in den letzten Jahren immer mehr Klagen über vorsätzlich verursachten Autolärm ein. Um gegen das Phänomen besser vorgehen zu können, hat die Polizei 2019 Mitarbeitende in allen Regionen gezielt ausgebildet und Anfang 2020 spezielle Messgeräte beschafft, um den Schallpegel festzustellen.

Hier werden die Autos genauer angeschaut.

Hier werden die Autos genauer angeschaut.

Wie viele Aktionen gegen die «Auto-Poser» die Kapo in diesem Jahr durchgeführt hat, kann Dominik Jakob, Chef Verkehrstechnik bei der Kapo, nicht genau beziffern. «Wir führen keine Statistik für einzelne Phänomene», erklärt er. Vor allem in und um die Städte Solothurn und Olten gebe es Fälle, aber auch im Gäu, in der Region Grenchen und im Wasseramt. Wenige oder keine Fälle gebe es im Bezirk Bucheggberg oder dem Schwarzbubenland.

Unter anderem wegen des Lockdowns im Frühling habe die Polizei aber mehr Kapazitäten gehabt, um in diesem Bereich vermehrt Kontrollen durchzuführen. Am häufigsten würden Bussen verteilt, so Jakob. Eine Busse gibt es dann, wenn ein Auto unnötigen Lärm verursacht. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Fahrzeug legal ist oder nicht.

Ebenfalls eine Busse gibt es für Fahrzeuge, die eigentlich legal sind, aber über einen Fahrmodus verfügen, der in der Schweiz nicht erlaubt ist. Eingezogen wird ein Auto dann, wenn es «typenfremd» verändert wurde, erklärt Jakob. Zum Beispiel, wenn ein Mittelschalldämpfer entfernt wurde.

Nur selten Aggression

Meistens würden die Kontrollen ruhig ablaufen, betont Jakob. «Auf Aggressionen stossen wir selten», so der Chef Verkehrstechnik bei der Kapo. «Die Betroffenen wissen auch meistens, dass sie gegen das Gesetz verstossen. Auch wenn sie sich manchmal unwissend stellen. Die Autos sind ja ihr Hobby, und sie kennen sich in dem Bereich sehr gut aus.» Zu 99 Prozent würden die Bussen auch wegen Lärm verteilt, nicht wegen riskanter Fahrmanöver.

Wenn die Polizei ein Auto einzieht, dann wird es von Experten der Motorfahrzeugkontrolle (mfk) überprüft. Illegale Abänderungen werden, wenn möglich, rückgängig gemacht. Erst wenn die Fahrzeuge sich wieder im legalen Bereich bewegen, dürfen die Besitzer sie wieder abholen.

Im Kampf gegen die «Auto-Poser» spielt auch die Prävention eine Rolle: Unter anderem greift die Kapo das Thema in den Kursen zu Verkehrsunfallprävention an den Berufsschulen auf.

Die Polizeibilder vom September 2020:

Autor

Rebekka Balzarini

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