Coronavirus

Plexiglasscheibe auf Posten und bei Einvernahmen im Einsatz – Polizei verteilt einzelne Bussen

Solche Plexiglasscheibe wie am Regionenposten Solothurn sind überall installiert.

Solche Plexiglasscheibe wie am Regionenposten Solothurn sind überall installiert.

Die derzeitige Lage wirkt sich auf die Polizei im Kanton Solothurn aus. Drei Posten mussten geschlossen, die anderen mit Plexiglasscheiben ausgestattet werden. Die vom Bund empfohlenen Massnahmen werden soweit möglich befolgt.

Die Kantonspolizei Solothurn schliesst ihre Posten in Hägendorf, Trimbach und Mariastein. Das gab sie am Mittwochmorgen bekannt. Die Schalter sind ab Donnerstag, 26.März «bis auf Weiteres» geschlossen, heisst es. Der Grund: Auf den erwähnten Posten könnten die Hygienemassnahmen, die aufgrund der Corona-Krise nötig sind, nicht eingehalten werden. Die Vorgaben seien aufgrund der räumlichen Gegebenheiten vor Ort schwierig umzusetzen.

Die Bevölkerung soll sich aber nach wie vor an die Polizei wenden können. So werden Anrufe auf die betroffenen Polizeiposten weiterhin entgegengenommen oder auf die Alarmzentrale umgeleitet. «Zudem sind die Notrufsäulen bei den Eingängen weiterhin in Betrieb», heisst es. Und: «Im Notfall ist die Polizei jederzeit über die Notfallnummern 112/117 erreichbar.»

Die derzeitige Lage wirkt sich aber nicht nur auf den Alltag von Polizistinnen und Polizisten in Hägendorf, Trimbach und Mariastein aus – sondern auf die Einsatzkräfte im ganzen Kanton. «Soweit dies möglich ist, befolgt auch die Polizei die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG», teilt Mediensprecher Bruno Gribi auf Anfrage mit. Dazu gehöre auch, dass Polizistinnen und Polizisten wenn immer möglich den empfohlenen Mindestabstand zu anderen Personen einhalten. «Es versteht sich jedoch von selbst, dass dies in gewissen Einsatzsituationen nicht immer möglich ist, zum Beispiel bei Festnahmen», so Gribi weiter. Die Einsatzkräfte im Aussendienst sind deshalb mit Schutzmaterial wie Hygienemasken und Handschuhe ausgerüstet.

Bei Einvernahmen auf dem Posten werde zudem darauf geachtet, dass zwischen der zu befragenden Person und dem Polizist bzw. der Polizistin eine Plexiglasscheibe aufgestellt ist. «Die Einvernahmeräume wurden entsprechend eingerichtet», so Gribi. Dasselbe gilt für die Schalter der Polizeiposten. Posten, auf denen diese Umstellung nicht möglich war – wie die Eingangs erwähnten Standorte in Hägendorf, Trimbach und Mariastein – werden vorübergehend geschlossen.

«Selbstverständlich hat die aktuelle Lage auch Auswirkungen auf die Arbeit der Polizei», so der Mediensprecher abschliessend. «Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Solothurn sind hoch motiviert, auch diese Herausforderungen professionell zu bewältigen.»

Zahlreiche Kontrollen

Die Polizei ist es auch, die überprüft, ob sich die restlichen Personen im Kanton an die Regeln halten. So sind etwa Ansammlungen von mehr als 5 Personen im öffentlichen Raum verboten, Restaurants müssen geschlossen bleiben. Man habe schon zahlreiche Kontrollen durchgeführt, so Gribi. In einzelnen Betrieben, aber auch an öffentlichen «Hot Spots». «Solche Kontrollen erfolgen oftmals nach entsprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung oder aufgrund eigener Feststellungen/Erkenntnissen.»

Fazit bisher: Die Bevölkerung halte die verordneten Massnahmen grossmehrheitlich gut ein. «Trotzdem mussten vereinzelt Bussen ausgestellt werden. Für eine diesbezügliche Bilanz ist es derzeit aber noch zu früh.»

Abgesehen davon könne die Kriminalitätslage übrigens als eher ruhig beurteilt werden. «Bei den Einbrüchen kann dies unter Umständen darauf zurückzuführen sein, dass derzeit viele Bürgerinnen und Bürger vermehrt zu Hause sind.»

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