Persönlich
Solothurn: eine Oase der Ruhe

Wenn es irgendwo kracht, jemand bestohlen oder tätlich angegriffen wird, dann gibt die Polizei eine Meldung heraus. Doch der Ticker bleibt stumm. Das heisst: Im Kanton Solothurn passiert nichts, absolut gar nichts.

Urs Moser
Urs Moser
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Die Polizei hat nichts zu melden, im ganzen Kanton herrscht Ruh.

Die Polizei hat nichts zu melden, im ganzen Kanton herrscht Ruh.

zvg

Von der Pandemie bleiben natürlich auch wir nicht verschont: 309 Neuansteckungen am Mittwoch, 16 Covid-Patienten auf der Intensivstation, Kapazitätsgrenze erreicht.

Aber sonst: Nirgends lebt es sich so sicher und geborgen wie bei uns. Wir, damit sind explizit die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Solothurn gemeint. Wie man das behaupten kann, dass wir uns vor nichts ausser dem Virus zu fürchten haben? Nun: Statistik. Seit an Heiligabend ein Autofahrer zu schnell von der Autobahn abfuhr und in einen Baum krachte (auch er blieb unverletzt) ist nichts mehr passiert, absolut nichts.

Kein Unfall im ganzen Kanton. Niemand von Trickdieben ausgeraubt, geschweige denn eine Bank überfallen. Schlägereien in der Bahnhofunterführung? Gibt es nicht. Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt? Nichts bekannt. Nicht einmal ein vertrockneter Adventskranz hat gebrannt. Bei uns ist es so ruhig und sicher, dass es fast schon wieder langweilig ist.

Man könnte ketzerisch fragen, ob wir in unserer Oase der Friedfertigkeit überhaupt eine Polizei brauchen. Oder hat die vielleicht doch ganz gut zu tun und will uns bloss die Feiertage nicht mit Schreckensmeldungen darüber verderben? Immer unser Freund und Helfer eben.

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