Persönlich
Es lebe Barry

Die Suche nach einer Kindheitserinnerung überall auf der audiovisuellen Welt – und wie diese im Zürcher Niederdorf ihr Ende gefunden hat.

Daniela Deck
Daniela Deck
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Ein Bernhardiner der Rigi Barry Friends (Symbolbild).

Ein Bernhardiner der Rigi Barry Friends (Symbolbild).

Roger Gruetter

Vor zehn Jahren habe ich angefangen, nach dem Barry-Film von Disney zu suchen, der mich als Kind beeindruckt hat. Das Amazon-Imperium konnte nicht helfen. Der Film von 1977 ist echt vergriffen. Ein spezialisierter Onlinehändler für Archivalien versprach Erfolg, doch die bezahlte VHS-Kassette wurde nie geliefert.

Nächste Idee: Anruf bei der Cinémathèque Suisse. Der Film gehört dort nicht zum Bestand, mit bizarrer Begründung: Vom Hund sei kein Bezug zur Schweiz ersichtlich. Vielleicht war der Diensthabende kein Tierfreund und nie im Naturhistorischen Museum Bern. Im Archiv des Schweizer Fernsehens müssten die Filmrollen noch liegen, doch wer kommt da hin?

Dass ich meinen Filmabend nun doch machen konnte, ist dem Zürcher Verleih Les Videos zu verdanken. Zwar war Barry dort auch nicht vorrätig, doch dank ihrer Beziehungen konnte in Amerika eine DVD-Kopie ab VHS-Kassette angefertigt werden.

Ich habe jede Minute genossen. Gefilmt in ruhigen, langen Einstellungen, funktioniert Barry ohne klassische Liebesgeschichte. Mit dem realistisch wirkenden Kampf Hund-Bär gehört der Streifen eher zu den Tierdokus als Spielfilmen. Nur das Englisch der francophonen Schauspieler spottet jeder Beschreibung. Wer weiss, vielleicht lässt sich SF DRS überzeugen, ins Archiv zu steigen und durch den Nationalhund die Laune aus der aktuellen Lawine retten zu lassen?

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