Pandemie
Frühe Anmeldung, früher Impftermin? Eine technische Panne sorgt für Verwirrung im Kanton Solothurn

Wer sich früh für einen Impftermin registriert hat, soll auch früh einen Termin erhalten. Das betonte der Kanton in der Vergangenheit mehrfach. Aufgrund einer technischen Panne funktionierte das bis Montag nicht wie geplant.

Rebekka Balzarini
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Die Termine im Impfzentrum in der Rythalle Solothurn sind noch immer begehrt.

Die Termine im Impfzentrum in der Rythalle Solothurn sind noch immer begehrt.

Zvg

Wer sich für einen Impftermin registriert hat, wartet aktuell ungeduldig auf ein SMS des Kantons. Auf diesem Weg gibt dieser nämlich bekannt, wann man sich impfen lassen kann.

Besonders häufig dürften in den vergangenen Tagen diejenigen Personen ihr Handy gezückt haben, die sich bereits im Januar und Februar für einen Termin registriert haben. Vor rund einer Woche gab des Gesundheitsamt bekannt, dass alle Personen, die sich Anfang Jahr dafür angemeldet haben, bis am vergangenen Freitag einen Termin erhalten sollen.

Viele haben allerdings auch am Montag noch vergeblich auf die ersehnte Nachricht gewartet. Im Gegensatz zu anderen, die sich erst vor wenigen Wochen registrierten und bereits wissen, wann sie sich impfen lassen können.

Dabei betonte der Kanton auch noch in der vergangenen Woche: Es gelte das Prinzip «First come, first served», unabhängig von möglichen Faktoren wie einem Kontakt zu Risikopersonen. Die Vergabe der Impftermine gibt im Kanton deshalb weiterhin zu reden, unter anderem in den sozialen Netzwerken.

Technische Panne soll Schuld sein am Ärger

Am Montag gab das Gesundheitsamt schliesslich auf Anfrage bekannt: Es gab ein technisches Problem bei der Vergabe der Termine. Man habe in der vergangenen Woche wie geplant gemäss dem Prinzip «First come, first served» Termine für Personen freigeschaltet, die sich im Januar und Februar registriert hätten.

«Ende Woche mussten wir aber feststellen, dass gewisse dieser Termine nicht ausgelöst wurden und die betroffenen Personen deshalb keinen Impftermin erhalten haben», heisst es in dem Statement des kantonalen Gesundheitsamts weiter.

«Im Rahmen unserer Abklärungen haben wir festgestellt, dass das Problem auf die Software des Bundes zurückzuführen ist. In enger Zusammenarbeit mit ihm konnten wir heute den Fehler beheben».

Seit Montag würden nun Personen, die von der Blockade betroffen waren, laufend ihre Termine erhalten.

Das kantonale Gesundheitsamt geht in der Stellungnahme weiterhin davon aus, dass alle Personen, die sich für eine Impfung registriert haben, bis Ende Juni mindestens ihre erste Impfdosis erhalten werden. Das Prinzip «First come, first served» funktioniere weiterhin, versichert das Amt einmal mehr.

Dadurch, dass bei Personen, die sich früh registriert hätten, die Termine nicht ausgelöst worden seien, sei der falsche Eindruck entstanden, dass die Reihenfolge nicht eingehalten worden sei. Die Termine für die früh registrierten Personen seien aber nicht anderwertig vergeben, sondern eben nur noch nicht besetzt worden.

Zum zweiten Mal sorgt Bundeslösung für Frust

Die IT-Lösung des Bundes sorgte im Kanton bereits im Januar für Ärger. Die Bundeslösung war zum Start der Impfkampagne im Kanton nicht parat, Termine konnten in den ersten Tagen nur per Telefon gebucht werden. Die kantonale Hotline war deswegen während mehrerer Tage überlastet, für kurze Zeit brach aufgrund der Überlastung das Telefonnetz der gesamten Verwaltung zusammen.

Mittlerweile kann man sich im Kanton auch online für einen Impftermin registrieren, Personen mit Risikofaktoren werden weiterhin prioritär geimpft.