Remo Ankli (FDP) ist der am weitesten rechts stehende Regierungsratskandidat. Das ist an sich keine überraschende Aussage, welche die von der Online-Wahlhilfe Smartvote erstellte «Smartmap» macht. Ebenfalls nicht überraschend ist, dass sich Roland Heim linker positioniert als sein CVP-Mitstreiter Roland Fürst und dass die Grüne Brigit Wyss die am weitesten links Stehende aller Bewerber um ein Regierungsamt ist. Interessanter sind andere Schlüsse, die sich aus den Antworten der vier Regierungskandidaten im Smartvote-Fragebogen ziehen lassen: Die «Smartmap» zeigt, wie sich die Regierungsratskandidaten im Vergleich zu ihren ins Kantonsparlament gewählten Parteikollegen (farbige Flächen) positionieren.

Roland Fürst ist ein Freisinniger

Es fällt auf, dass die drei bürgerlichen Kandidaten in vielen Fragen eine andere Meinung vertreten als ihre «Durchschnitts-Kollegen» – vor allem Remo Ankli und Roland Fürst. Der Schwarzbube Ankli hatte im Smartvote-Fragebogen mehr liberale Antworten gegeben als der FDP-Durchschnitt (vor allem in Migrations- und Polizeifragen). Dies verschiebt seine Position aus dem FDP-Kreis. Roland Fürst (CVP) wiederum politisiert gemäss Smartmap innerhalb des «links-liberalen» Flügels der FDP statt innerhalb seiner «CVP-Gemeinde». Insbesondere in Wirtschaftsfragen hat Fürst «rechtere» Antworten gegeben als die meisten anderen CVP-Kantonsräte.

Heim am «rechts-liberalen» Rand

Fürsts Parteikollege Roland Heim, der sich selbst als wertkonservativ bezeichnet, positioniert sich mit seinen Meinungen am äussersten «rechts-liberalen» Rand seiner Fraktion. Überraschend ist auch, dass Brigit Wyss leicht linkere Antworten gegeben hat als der grüne Durchschnitts-Kantonsrat. Sie gilt an sich als eher «bürgerliche Grüne».

Remo Ankli ist gegen Sterbehilfe

Wo liegen die grössten und interessantesten Unterschiede zwischen den Regierungsratskandidaten und ihren Parteikollegen im Parlament? Bei Remo Ankli zeigt ein Vergleich der Antworten im Smartvote-Fragebogen: Während der durchschnittliche FDP-Kantonsrat ein konsequenteres Büssen von Littering und eine straffreie aktive Sterbehilfe durch einen Arzt begrüsst, sagt Ankli dazu «eher Nein». Ein klares «Njet» kommt von ihm bei den Fragen, ob Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen und ob die Anforderungen bei Einbürgerungen erhöht werden sollen. Das sieht eine knappe Mehrheit der Freisinnigen anders.

CVP: Uneins wegen Öffnungszeiten

Die beiden CVP-Kandidaten unterscheiden sich vor allem in sozialen und ökologischen Fragen. Während Roland Heim zu einer Erhöhung des Rentenalters klar «Nein» sagt (und damit eher auf der Linie der Kantonsrats-Fraktion liegt), antwortet Fürst mit «eher Ja». Roland Fürst unterstützt den Ausstieg aus der Atomenergie «eher nicht», Heim sagt entsprechend der Tendenz seiner Partei klar Ja. Auch in der Frage der Ladenöffnungszeiten sind sich die beiden Christlichdemokraten nicht einig: Heim sagt «eher Ja» zu längeren Öffnungszeiten werktags und samstags, Roland Fürst hingegen, der Direktor der Handelskammer, überraschenderweise «eher Nein». Mit dieser Einstellung befindet sich Fürst tendenziell im Einklang mit dem durchschnittlichen CVP-Kantonsrat.

Wyss will in EU, ihre Fraktion nicht

Brigit Wyss kommt mit ihren Smartvote-Antworten einer «Durchschnitts-Grünen» ziemlich nahe. Trotzdem unterscheidet sie sich ebenfalls in einigen Fragen stark von ihrer Kantonsratsfraktion. Wyss sagt «eher Nein» zum konsequenteren Büssen von Littering und zur Steuerbefreiung von Kinderzulagen. Auf die Fragen, ob sie einem neuen Sparpaket im Kanton und einer Lockerung des Landschaftsschutzes für den Ausbau der erneuerbaren Energien zustimmen würde, antwortet Wyss entgegen der Fraktionsmeinung mit «eher Nein». Zu EU-Beitrittsverhandlungen sagt Brigit Wyss «eher Ja», ihre grünen Kollegen aber «eher Nein».