Pandemieverlauf

Neuinfektionen nehmen im Kanton Solothurn zu – die Hälfte steckt sich in den Ferien an

Die Ferienlaune der Solothurnerinnen und Solothurner sorgen für mehr Fallzahlen.

Die Ferienlaune der Solothurnerinnen und Solothurner sorgen für mehr Fallzahlen.

Die Zahl der Neuinfektionen im Kanton Solothurn nimmt zu, das Contact Tracing funktioniert aber nach wie vor.

Nächste Woche dürfte der Kanton die 600er-Grenze knacken: Am Freitag stieg die Anzahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen im Kanton auf 598. Das sind 9 Fälle mehr als noch am Vortag, und 50 mehr als am Freitag vor einer Woche. Die Zahl der erkrankten Personen steigt also nicht nur national, sondern auch in der Region. Momentan befinden sich 54 Personen in Isolation, 104 Personen in Quarantäne.

Separat erfasst der Kanton diejenigen Personen, die sich aufgrund einer Reise in ein Risikogebiet in Quarantäne befinden. Aktuell befinden sich 360 Rückkehrer in Quarantäne, insgesamt haben sich seit Beginn der Meldepflicht 1072 Personen gemeldet, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. Rund die Hälfte der Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, hat sich laut Angaben des Kantons im Ausland angesteckt.

Contact Tracing Team verfügt noch über Reserven

Trotz der steigenden Fallzahlen sei das Contact Tracing Team aber noch nicht am Anschlag, so die hiesige Behörde auf Anfrage. Aktuell stehen vier Personen im Kernteam und fünf Personen im erweiterten Team im Einsatz. Sollten die Fallzahlen plötzlich rasant ansteigen, dann könnten 15 zusätzliche Personen «sofort eingesetzt werden», heisst es weiter.

Um das Contact Tracing weiterhin gewährleisten zu können, hat der Kanton am Freitag die geltende «100er»-Regel bis Ende September verlängert. Diese besagt, dass bei Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmenden, an denen Schutzmassnahmen wie der Abstand von 1,5 Metern oder eine Maskentragepflicht nicht eingehalten werden können, einzelne Sektoren mit maximal 100 Personen abgetrennt werden müssen. Die Kontaktdaten der Besucher werden für jeden Sektor gesondert erhoben.

Sorgen bereitet dem Gesundheitsamt aber der Entscheid des Bundesrats, ab Oktober wieder Grossveranstaltungen zuzulassen. Je mehr Personen an einem Anlass teilnehmen, desto schwieriger sei es, die Schutzmassnahmen einzuhalten. Entsprechend kritisch hat der Kanton auf den Entscheid reagiert und «griffige» Bewilligungskriterien gefordert.

Keine Zusammenarbeit mit dem Flughafen

In Bezug auf Reiserückkehrende aus Risikoländern sorgten in der vergangenen Woche Zahlen aus dem Aargau für Aufregung: Der Nachbarkanton teilte am Donnerstag mit, dass sich rund ein Viertel der Reisenden nicht oder zu spät bei der zuständigen Stelle meldet. Dies hat der Kanton Dank neuer Daten herausgefunden, die den zuständigen Behörden vorliegen.

Um Personen, die aus Risikoländern zurückkehren, besser kontrollieren zu können, arbeitet der Aargau nämlich neu mit dem Flughafen Zürich zusammen. Seit Freitag in der vergangenen Woche bezieht das Aargauer Gesundheitsdepartement die Daten von Passagieren, die am Flughafen Kloten gelandet sind, direkt von der Kantonspolizei Zürich. Dies unter anderem deshalb, weil die Kantone bisher nur einzelne Passagierlisten vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erhalten hätten.

Der Kanton Solothurn setzt bisher noch auf die Daten, die er vom BAG erhält. Bezüglich eines direkten Informationsaustausches mit dem Flughafen wolle man noch auf eine Stellungnahme der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). Ausserdem habe das BAG bezüglich der Passagierlisten einen «verbesserten Prozess mit mehr Datenfluss» in Aussicht gestellt.

Autor

Rebekka Balzarini

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