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Netze helfen Solothurner Obstbauern gegen Schädlinge – dafür brauchts weniger Pflanzenschutzmittel

Netze sollen die Plantagen auch vor den Kirschessigfliegen schützen.

Netze sollen die Plantagen auch vor den Kirschessigfliegen schützen.

14 Solothurner Obstbaubetriebe haben in den letzten beiden Jahren ihre Anlagen mit zusätzlichen Netzen geschützt. Dank diesen Netzen werden sie in Zukunft deutlich weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen als früher.

Insgesamt 25 Hektar Fläche wurden im Kanton Solothurn in den letzten beiden Jahren auf 14 Obstbaubetrieben eingenetzt. Der Kanton Solothurn unterstützte im Rahmen des Mehrjahresprogrammes Landwirtschaft die seitliche Einnetzung – zusätzlich zu bestehenden Witterungsschutzsystemen – bei Obst, Strauchbeeren und Reben. «Das Einfassen der Obstanlagen mit engmaschigen Netzen ist eine wirksame Massnahme gegen den Einflug von Schadinsekten», heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Damit könne der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert und die Produktion von konstant qualitativ hochwertigem Obst sichergestellt werden. Die Fachleute rechnen im Durchschnitt mit einer Halbierung der bisher notwendigen Behandlungen mit Insektiziden. «Da es sich bei der totalen Einnetzung jedoch um eine neuartige Massnahme handelt, wird sich dies mit mehr Praxis-Erfahrung noch bestätigen müssen», so der Kanton.

Für die Bekämpfung der aus Asien eingeschleppten Kirschessigfliege stelle zum Beispiel die Totaleinnetzung die einzige für sich allein wirksame Bekämpfungsmassnahme dar. Beim Kernobst werde durch die Einnetzung während der Blüte die Übertragung von Feuerbrand durch zufliegende Insekten vermieden. Die engmaschigen Netze sollen eine negativen Auswirkungen auf Vögel und Wildtiere haben.

Einnetzungen zu erstellen und anzuwenden wird als «technisch anspruchsvoll» beschrieben. Das erfordere Sorgfalt und würde einen beträchtlichen Mehraufwand und hohe Erstellungskosten bedeuten. Hinzu kommen Wartungs- und Unterhaltkosten. Für die Pflege und Bearbeitung der Anlagen sind auch eingenetzte Vorhäupter, Wendebereiche für die Maschinen und dichte Tore notwendig. (sks)

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