Der junge Mann ist in der Schweiz geboren, er verfügte über eine Niederlassungsbewilligung – eigentlich standen die Chancen gut, dass der srilankische Staatsangehörige hierzulande ein gutes Leben hätte führen können.

Doch es kam anders. Im zarten Alter von 19 Jahren überfiel er ein Lokal, bedrohte eine Person mit einer CO2-Pistole und erbeutete ein Kilogramm Marihuana. Das war am 19. September 2014. Wenige Tage später nahm die «Karriere» ihre Fortsetzung. Zusammen mit zwei Kollegen verübte er am 30. September einen Überfall auf die Regiobank Zuchwil. Auch hier war die gleiche Pistole im Einsatz. Es ging ums Geld, es ging aber auch um den «Kick», den die Tat bei ihm auslöste.

Verletzt wurde bei dem Überfall zwar niemand. Die Strafe, die das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt am 19. September 2016 ausfällte, hatte es aber trotzdem in sich. Der junge Sri Lanker wurde wegen qualifizierten Raubes, Nötigung, mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt. Zudem ordnete das Gericht auf der Grundlage eines Gutachtens eine stationäre Massnahme an. Eine Chance, die der Verurteilte nicht nutzte – die Massnahme wurde im August 2017 infolge Aussichtslosigkeit aufgehoben.

Aussichtsloser Gang vor das höchste Gericht

Konsequenterweise hob das Solothurner Innendepartement in der Folge auch die Niederlassungsbewilligung auf. Dagegen wehrte sich der junge Mann zunächst erfolglos beim Verwaltungsgericht, danach beim Bundesgericht – zuerst mit einer handschriftlichen Eingabe, danach, mit anwaltlicher Unterstützung mittels einer formellen Beschwerde. Dabei ging es um den Widerruf der aufgehobenen Niederlassungsbewilligung. Wohlwissend, dass dieses Unterfangen kaum von Erfolg gekrönt sein würde, wurde zumindest um eine Ausreisefrist von mindestens zwei Monaten nach der Entlassung aus der Haft ersucht.

Auch wenn das Bundesgericht – ebenso wie die Vorinstanz – nicht verkennt, dass den vorläufig aufgenommenen Tamilen das Verlassen des Landes, in dem er geboren wurde, schwer treffen würde, kommt das höchste Gericht in seinem Urteil vom 13. Dezember 2018 zu einem klaren Schluss. Die Aufhebung der Niederlassungsbewilligung beruhe auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage, liege im öffentlichen Interesse und erweise sich als verhältnismässig, hält die II. öffentlich-rechtliche Abteilung fest. Aus diesem Grund fielen auch alle anderen möglichen Vorgehensweisen ausser Betracht. Will heissen: Der junge Mann muss die Schweiz definitiv verlassen – und künftig in einem Land leben, das er selber kaum kennt und dessen Sprache er auch nicht beherrscht.

Berufliche und soziale Integration fraglich

Die begangenen Straftaten sind im Urteil des Bundesgerichts die entscheidenden Punkte – hinzu kommt aber auch die Tatsache, dass sich der Täter während des Massnahmenvollzugs weitgehend antriebslos zeigte und keinerlei Interesse an einer Berufslehre bekundete. Vor diesem Hintergrund wäre eine berufliche und soziale Integration mehr als fraglich gewesen – dies, obwohl der Mann in der Schweiz geboren und hier sozialisiert wurde und zu seinem Heimatland Sri Lanka ausser der Staatsbürgerschaft kaum eine Verbindung hat. Für das Bundesgericht gibt es denn auch keine Gründe, ihm das Aufenthaltsrecht in der Schweiz weiter zu gewähren. Er hat sich nun ein neues Leben in der Fremde aufzubauen.