Luterbach
Für die Produktionsstätte von Biogen liegt die Zulassung vor – 80 neue Mitarbeiter werden gesucht

Das Schweizerische Heilmittelinstitut hat dem Unternehmen die Betriebsbewilligung für die biopharmazeutische Herstellung erteilt.

Balz Bruder
Drucken
Teilen
Die Biogen in Luterbach.

Die Biogen in Luterbach.

Urs Byland

Lange dauerte das Warten – umso grösser ist nun die Freude beim US-amerikanischen Biopharma-Unternehmen mit Schweizer Sitz in Baar und Werk in Luterbach: Endlich liegt die ersehnte Swissmedic-Betriebsbewilligung vor. «Die Multi-Produktion-Lizenz ist ein grundlegender und richtungsweisender Schritt für die Produktionsstätte in Solothurn, um die Versorgung für die Schweiz und weltweit mit Medikamenten sicherzustellen, die vor allem Patienten mit chronischen Krankheiten benötigen», sagt Unternehmenssprecher Tristan Schmitz.

Und fügt an: «Trotz der immer noch anhaltenden Pandemie schreiten wir in Luterbach mit grossen Schritten voran. Unsere aktuellen Herausforderungen sind die Inbetriebnahme der zweiten Fertigungszelle und die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte.» Konkret: Momentan werden zusätzlich zu den 500 Angestellten rund 80 neue Mitarbeiter für den Betrieb der 1,5 Milliarden Franken teuren Produktionsanlage gesucht.

Interessant dabei: Luterbach könnte nach Aussage von Schmitz durchaus auch die Herstellung von Aducanumab unterstützen, vorausgesetzt, es gibt für den Wirkstoff eine Zulassung durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA. In diesem Fall könnten die vorhandenen Herstellungskapazitäten des Werks im Research Triangle Park (RTP) im Bundesstaat North Carolina entsprechend erweitert werden.

Zur Erinnerung: Bei Aducanumab handelt es sich um einen neuartigen Wirkstoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper, der für die Frühbehandlung der Alzheimerkrankheit eingesetzt werden soll. Ein eminentes Zukunftsgeschäft für das Unternehmen.

Zulassungsverfahren noch hängig

Das komplexe Zulassungsverfahren ist nach Aussage von Schmitz nach wie vor bei der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA hängig. Auch hier soll es aber vorwärts gehen: «Wir erwarten im Juni eine Entscheidung», führt der Unternehmenssprecher aus. Um gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass in der hochmodernen Luterbacher Anlage verschiedene Biopharmazeutika – bereits zugelassene oder künftig zugelassene – hergestellt werden könnten. Die Produktionsstätte ist modular aufgebaut und entspricht dem letzten technologischen Stand. Zudem soll die Produktion bis 2040 ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Übrigens: Auch die vom Kanton durchgeführte Bodensanierung der «Späckmatt», dem ehemaligen Borregaard-Areal in Luterbach, verläuft nach Aussage von Schmitz planmässig. Aufgrund der notwendigen Absenkung des Grundwasserspiegels müssen die Arbeiten momen-tan in wasserdichten Spundwandkammern vorgenommen werden. Das Hochbauamt hat die Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft vor diesem Hintergrund darüber informiert, dass bis Anfang Juni erneut Spundwandarbeiten durchgeführt werden.

Aktuelle Nachrichten