Neue-Coronamassnahmen
Leichte Lockerung für Kanton Solothurn: So reagiert die Wirtschaft auf den Bundes-Entscheid

Am Mittwoch beschloss der Bundesrat, schweizweit Einkaufsläden zu schliessen - im Kanton Solothurn habend diese bereits zu. Gewerbeverband und Handelskammer befürworten diese schweizweite Lösung - fordern gleichzeitig aber schnelle Unterstützung für die Branchen, die unter den Massnahmen leiden.

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Shoppen in Bern, weil in Solothurn die Läden zu sind? Nach dem Bundesratsentscheid werden Läden schweizweit geschlossen und dem Einkaufstourismus einen Riegel vorgeschoben.

Shoppen in Bern, weil in Solothurn die Läden zu sind? Nach dem Bundesratsentscheid werden Läden schweizweit geschlossen und dem Einkaufstourismus einen Riegel vorgeschoben.

Ennio Leanza / Keystone

Seit Ende Dezember haben sie zu: Alle Läden, die keine Artikel für den täglichen Gebrauch verkaufen. So war das zumindest im Kanton Solothurn. In Zürich oder Bern gab es die Regelung nicht. Am Mittwoch hat nun der Bundesrat beschlossen, dass Einkaufsläden schweizweit geschlossen werden müssen.

Man sei froh, dass der Kanton Solothurn nun "keine Insel mehr" sei, kommentiert Andreas Gasche, Geschäftsleiter des kantonalen Gewerbeverbandes den Entscheid. Für die Branche sei es wichtig, dass es eine gesamtschweizerische Lösung für die Läden gebe - "sonst kaufen die Leute einfach anderswo ein". Von Seiten Handelskammer fügt Daniel Probst zudem an, es sei nun wichtig, dass der Kanton auch künftig kein "Sonderzügli fährt" - nicht noch weitere Massnahmen im Alleingang beschliesse. Das mache aus epidemiologischer Sicht keinen Sinn - und würde der Wirtschaft nur weiter schaden.

Aus Solothurner Sicht können die neuen Massnahmen tatsächlich als liberaler beurteilt werden: Neu ist nämlich vorgesehen, dass Läden wie Tankstellenshops am Sonntag nicht mehr geschlossen sein müssen; auch ist der Ladenschluss um 19 Uhr nicht mehr vorgesehen. Das stellt im Vergleich zur heutigen Situation gar eine leichte Lockerung dar.

Andreas Gasche und Daniel Probst

Andreas Gasche und Daniel Probst

tom/bar

Gefordert: Schnelle und einfache Unterstützung

"Die Entscheidung des Bundesrats ist nachvollziehbar", so Probst, man werde diese natürlich mittragen. Gleichzeitig betont Probst, wie dramatisch die Lage für Gastro und Gewerbe sei: "Es braucht deshalb schnell Unterstützung vom Kanton, die weiter geht als diejenige auf Bundesebene." Gerade auch, weil in den beiden Branchen Gewerbe und Gastro viele Leute im tieferen Lohnsektor arbeiteten; viele Leute ohne Ausbildung, für die es sehr schwierig werde, sollten sie den Job verlieren.

Es pressiert, das sagt auch Gasche vom Gewerbeverband. "Bei vielen Geschäften wird es eng - da wurde auch privates Geld reingesteckt, das jetzt einfach aufgebraucht ist."

Vom Kanton gibt es am Mittwoch keinen Kommentar zu den Beschlüssen des Bundesrats. Am Donnerstag wird er sich an einer Medienkoferenz zur aktuellen Situation äussern. Daniel Probst erklärt, man hoffe, dass im Rahmen dieser Konferenz bereits weitergehende Unterstützungsmassnahmen für betroffene Betriefe vorgestellt werden. (szr)

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