Coronavirus

Längst nicht jede Solothurner Bar muss Kontaktdaten überprüfen

Bars, die nur sitzende Gäste bedient, und die das Schutzkonzept einhalten, müssen keine Kontrollen machen. (Symbolbild)

Bars, die nur sitzende Gäste bedient, und die das Schutzkonzept einhalten, müssen keine Kontrollen machen. (Symbolbild)

Seit Freitag, 3.Juli gilt im Kanton eine ID-Pflicht für Bars und Clubs. Bei den Bars kommt es aber darauf an, welche Konsumation zugelassen wird. Bars, in denen nur sitzende Gäste bedient werden, müssen die Kontaktdaten weiterhin nicht aufnehmen.

Bars und Clubs müssen neu die Korrektheit der Kontaktangaben ihrer Besucherinnen und Besucher mit der Identitätskarte und der Mobilnummer überprüfen. So lautet die neue Verfügung des kantonsärztlichen Dienstes, die am Donnerstag beschlossen und kommuniziert wurde. Damit soll verhindert werden, dass falsche Angaben dem Contact Tracing das Nachverfolgen von Kontaktpersonen erschweren. 

Diese News habe für «grosse Verwirrung» bei den Gästen gesorgt, sagt Remo Buchser, Inhaber der Astoria Gastronomie AG in Olten. Viele hätten gedacht, dass sie in Quarantäne müssen, wenn sich gleichzeitig eine infizierte Person im Lokal aufhalte und dies nachträglich herauskomme.

Was für viele unklar war: Bars, die nur Gäste mit einem Sitzplatz bedienen, sind damit nicht gemeint. Laut Verfügung geht es vielmehr um die Lokale, «in welchen die Konsumation zumindest teilweise stehend erfolgt, da lediglich eine bestimmte Anzahl von Personen Sitzgelegenheiten zu Verfügung stehen.» Es müssen elektronische Listen mit Name, Vorname, Wohnort und Telefonnummer erfasst werden. Zudem müssen in Gästebereichen von Restaurationsbetrieben – einschliesslich Bar und Clubbetrieben, in denen die Konsumation stehend erfolgt – die Ankunfts- und Weggangzeit erhoben werden. Ob die Natelnummer stimmt, müssen die Mitarbeiter des Clubs oder der Bar mit einem Kontrollanruf verifizieren. 

Meldet sich nachträglich eine infizierte Person, wird die Liste angefordert. Alle damals Anwesenden werden vom Team Contact Tracing kontaktiert und in Quarantäne gesteckt. So geschehen, nachdem sich am Samstag eine infizierte Person in mehreren Bars, Restaurants und einem Club in Olten aufhielt. Oder nachdem eine infizierte Person in Isolation im Raum Grenchen in den Ausgang ging.

«Wir wollen kein Risiko für die Gäste»

Remo Buchser konnte die Anrufer beruhigen. In seinen Lokalen «Bamboo», «Astoria», «Magazin» und «Sisième» gilt die Sitzpflicht und das Schutzkonzept von Gastrosuisse wird eingehalten. Folglich muss auch nur ein Kontakt bei einer Gruppe ab fünf Personen pro Tisch hinterlegt werden.

Aber warum werden in seinen Lokalen keine Stehplätze angeboten, auch wenn die Sitzpflicht am 22.Juni aufgrund der tiefen Coronazahlen vom Bund aufgehoben wurde? «Wir wollen kein Risiko für die Gäste», so Buchser. Für den Betrieb würde es das Schlimmste darstellen, wenn einer ihrer Gäste in Quarantäne müsste. «So können alle mit gutem Gewissen etwas trinken gehen.» 

Er schlägt vor, dass Gäste jeweils bei den Lokalen nachfragen, ob Sitzpflicht gilt oder nicht. Dann könne jeder selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte.

Einen Schritt zurück nach der Aufgabe der Sitzpflicht machen nun einige Betriebe in der Stadt Solothurn. Somit wollen sie das Risiko für Gäste und Angestellte vermindern und die ID-Kontrolle umgehen.

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