«Höhle der Löwen»
Kunst zum Spielen: Kein Geld für «Freiheitsinseln» des Solothurner Startups

Am Dienstag präsentierte das Solothurner Startup-Unternehmen moveART GmbH ihre Idee in der TV-Sendung «Höhle der Löwen». Der in Dornach wohnhafte Norbert Roztocki erschafft Kunstskulpturen, welche auch als Spielskulpturen für öffentliche Plätze dienen.

Lars Zurbriggen
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Die Gründer von moveART GmbH Norbert Roztocki (links) und Stephan Oetiker.
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moveART GmbH bei Höhle der Löwen und Norbert Roztockis Skulpturen
Skulptur von Norbert Roztocki.
Skulpturen auf einem Spielplatz in Dornach.
Weitere Skulpturen beim Treffpunkt Wirzmatte in Dornach.
Skulptur in Lausanne.
Auch in Oslo stehen bereits Spielskulpturen von Norbert Roztocki.

Die Gründer von moveART GmbH Norbert Roztocki (links) und Stephan Oetiker.

ZVG

moveART sind «Spielskulpturen» aus Accoya-Holz, welche als Installationen öffentliche Räume beleben. Während 18 Monaten wurde getestet, ob das Konzept den hohen Ansprüchen von öffentlichen Räumen gerecht wird. Nun ist das Produkt bereit für die Internationalisierung.

Auf die Idee, bei der Sendung «Die Höhle der Löwen» auf TV24 mitzumachen, wurde Norbert Roztocki von seinem Geschäftspartner und Mitgründer Stephan Oetiker gebracht. «Stephan fand die Teilnahme an der Sendung eine sehr gute Idee um die Firma vor grossem Publikum zu präsentieren und um ein professionelles Feedback zu erhalten», sagt Roztocki.

Das Konzept von «Höhle der Löwen»

Das Konzept der Sendung ist simpel: engagierte Entrepreneure stellen fünf potentiellen Investoren, den Löwen, ihre Ideen vor und versuchen, diese vor laufender Kamera zu überzeugen, sich an ihren Geschäftsmodellen zu beteiligen.

Die fünf Löwen Tobias Reichmuth, Bettina Hein, Roland Brack, Anja Graf und Jürg Marquard zählen zu den erfolgreichsten Unternehmerinnen und Unternehmern der Schweiz. Sie sind Hauptbestandteil des Fernsehformats und sind bereit, mit ihrem Know-how und privatem Kapital in neue Geschäftsideen zu investieren. Sie können sich einzeln, aber auch gemeinschaftlich an den Geschäftsideen beteiligen und Anteile erwerben. Die Entrepreneure können in «Die Höhle der Löwen» die unterschiedlichsten Ideen vorstellen. Ausschlaggebend ist stets, dass das Businessmodell oder die Erfindung einen potentiellen Markt hat, denn nur dann hat sie eine Chance auf ausreichend Wagniskapital von den Löwen.

Das Angebot von moveART GmbH war 300'000 Franken zu 20% Firmenanteile. Momentan sind öffentliche Plätze klar strukturiert auf die einzelnen Spielgruppen. Es gibt etwas für kleine Kinder, etwas – falls überhaupt – für Teenager und für ältere Menschen ganz wo anders. Das führt zu einer Aufteilung der einzelnen Generationen. Genau da setzt moveART an. Mit organischen Formen und Rhythmen aus der Natur wollen sie Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammenbringen und inspirieren und so die städtische Landschaft auf eine neue Art und Weise beleben.

Konzeptidee durch seinen Sohn

Auf das Konzept von moveART GmbH kam Roztocki durch seinen Sohn. Als er eines Tages seine zwei Meter grosse Skulptur fertig gestellt und im Garten platziert hatte, fing sein damals dreijähriger Sohn an, darauf herumzuklettern. Seine erste Reaktion war: «Das geht doch nicht!» Die Skulptur könnte zerstört werden oder noch schlimmer, er könnte sich selber dabei verletzen. Sein Sohn blieb und spielte aber so lange darauf bis der Vater begriffen hat, worum es eigentlich geht.

Auf öffentlichen Plätzen wie z.B. auf Spielplätzen könnten seine Skulpturen als Kunst wie auch als Gegenstände zum Spielen, Klettern, Balancieren, Rutschen oder Verstecken dienen. Das wesentliche an moveART ist, dass die Objekte nicht vordefiniert sind, sondern mehr einer «Freiheitsinsel» entsprechen.

Kein Investment der Löwen

Die Investoren waren fasziniert von den Skulpturen, aber eher auf privater Ebene und nicht als Investoren. Für die Löwen war das Konzept zu unberechenbar und zusätzlich ist es für die Investoren ein unbekannter Markt, weswegen das Angebot von allen fünf abgelehnt wurde. Somit gab es kein Investment für die moveART GmbH.

Dies war aber für das Startup-Unternehmen keine riesige Enttäuschung. «Wir waren nicht nur aufgrund der finanziellen Unterstützung bei der Sendung. Es ging uns mehr darum unsere Story zu erzählen und somit viele Menschen auf uns aufmerksam zu machen», wie der 34-jährige Dornacher berichtet. Zusätzlich sagt Norbert Roztocki, es sei ein wunderbares Abenteuer gewesen und er sei sehr dankbar für die Chance.

Roztocki ist im polnischen Krakau geboren und studierte dort Kulturanthropologie und Philosophie. Doch sein Herz schlägt für die Kunst. Damals war es noch ein Hobby, bis er sich dann entschied ein Studium in Basel mit Schwerpunkt auf Organischem Design zu absolvieren.

Das ist auch der Grund, weswegen er vor neun Jahren nach Dornach gezogen ist. Wie Norbert gegenüber TV24 sagt: «Meine ursprüngliche Idee war, dass ich diese Formen forsche, entdecke und dann als Baustein nutze für Kreationen».

Respektvoll

Die Skulpturen werden jeweils im Einklang mit den örtlichen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der sie nutzenden Menschen gewählt und erstellt.

Beständig

Gebaut aus dem besonders widerstandsfähigen Accoya Holz, besitzen sie eine Mindestlebensdauer von 50 Jahren im Aussenbereich. Sie sind wartungsfrei und widerstandsfähig gegen Vandalismus.

Ökologisch

Da alle Kunstwerke aus der Form der DNA entwickelt sind, haben sie eine harmonisierende und belebende Wirkung nicht nur auf den Menschen, sondern auch für die Umgebung. Die Produkte sind aus ökologischen und nachhaltigen Materialien hergestellt.

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