Die Idee scheint bestechend: Unterirdisch, statt auf überfüllten Autobahnen sollen Güter durch die Schweiz transportiert werden. Doch nun stösst das geplante unterirdische Transportsystem Cargo sous terrain, das den ersten Tunnel von Niederbipp/Härkingen nach Zürich plant, auf grosse Zweifel. In der «NZZ am Sonntag» sagt SBB-Chef Andreas Meyer, er stehe «dem Projekt gegenüber skeptisch» da. Er könne sich nicht vorstellen, wer die 33 Milliarden Franken bezahlen soll, die das schweizweite Tunnelsystem kosten würde. Meyer geht davon aus, dass sich die Schienenkapazität noch massiv steigern lasse. Damit würden oberirdische Transporte in Güterwagen «günstiger, schneller und deutlich konkurrenzfähiger gegenüber der Strasse.»

Als weiteren Skeptiker zitiert die «NZZ am Sonntag» Nils Planzer, den Chef des grössten privaten Schweizer Transporteurs, der Planzer AG. Die Engpässe auf der Strasse seien zeitlich beschränkt, so Planzer. «Es wäre überrissen, deswegen eine solch umfassende zusätzliche Infrastruktur zu bauen.»


Vergangene Woche hat der Bundesrat die Vernehmlassung zum Projekt eröffnet. Er will dieses weiterverfolgen, wenn das Projekt von den betroffenen Kantonen unterstützt wird. Bereits Teil des Projektes sind wichtige Firmen wie die Post, Migros und Coop. Bei Cargo sous terrain widerspricht man der Kritik und verweist auf die Firmen, die das Projekt unterstützen. Zudem würde die Schweiz wachsen und bald mehr Transportkapazität benötigen.


Zuerst soll eine Teilstrecke von Niederbipp/Härkingen nach Zürich gebaut werden. Für dieses 3-Mia.-Franken Projekt seien bereits 100 Mio. Franken verbindlich zugesichert, heisst es bei Cargo sous terrain.