Auf einen Kaffe mit

«Kochen ist wie Yoga für die Seele»: Zwei Freundinnen über ihr neues Kochbuch

«Best Friends»: Die Autorinnen Zoe Torinesi (l.) und Jacqueline Grütter.

«Best Friends»: Die Autorinnen Zoe Torinesi (l.) und Jacqueline Grütter.

Auf einen Kaffee mit … Autorin Zoe Torinesi und Illustratorin Jacqueline Grütter zu ihrem Buch «Fürobigchuchi».

Klar war nur dies: «Wir wussten, dass wir wieder einmal zusammen etwas machen wollen», sagen Foodbloggerin und Moderatorin Zoe Torinesi und Illustratorin Jacqueline Grütter übereinstimmend beim Kaffee in der «Couronne». Was die zwei verbindet: Sie sind beide in Solothurn gross geworden – und sie sind «beste Freundinnen». Um es vorwegzunehmen: Das Resultat von «etwas zusammen machen» lässt sich sehen. Es ist das Buch «Fürobigchuchi», das als Freundschaftsprojekt seit gestern in den Buchhandlungen liegt. Und mehr ist als ein weiteres Kochbuch.

Und auch nicht liegen bleiben soll: «Wir haben ein Buch gemacht, das sich an das breite Publikum richtet», sagt die Halbitalienerin Torinesi, 38. Nachdem sie über TV-Moderationen den Weg zum Kochen gefunden hat, ist sie heute mit ihrer Firma Cookinesi GmbH als Produzentin von Food-Videos, Rezepten, Fotos und Social-Media-Content tätig. Zudem moderiert sie, die auch als Model arbeitet, Corporate Events für Firmen. Ihr Befund ist eindeutig: «Statt selbst zu kochen, bestellen Schweizerinnen und Schweizer immer öfter beim Lieferdienst.» Just diesem Trend will das Kochbuch entgegenwirken. Auf 176 Seiten vereint Torinesi, selbst leidenschaftliche Köchin, Rezepte für den Familienalltag, für Berufstätige, Singles, Pärchen und Gäste.

Gerichte ab einer Kochzeit von 15 Minuten bis ...

Und zwar ohne das frei Haus mitgelieferte Frustpotenzial, das anderen Kochbüchern innewohnt. Will heissen: Es sieht einfach aus, ist aber schwierig und zeitaufwendig. Das Gegenteil sei der Fall», sagt Torinesi. «Um die Feierabendplanung zu erleichtern, ist das Kochbuch in Zeiteinheiten gegliedert – Gerichte mit einer Zubereitungszeit von 15 Minuten, 20 bis 30 Minuten, 35 bis 45 Minuten, bis hin zu 50 Minuten und länger», betont sie. Und gibt freimütig zu, dass auch sie manchmal zu müde ist, um sich etwas zu kochen. «Dann bestelle ich ein feines Curry oder ein gutes Veggie-Pad-Thai, aber niemals Pizza, Pommes oder andere Gerichte, die knusprig oder kross sein müssen.» Ganz abgesehen davon: Die Abfallberge, die der «Lieferhype», wie sie ihn nennt, produziert, animieren am Ende dann doch häufiger zum Kochen statt zum Bestellen.

Sichtbares Zeichen einer Freundschaft

Kochen sei etwas Sinnliches – also müssten auch die Bücher übers Kochen etwas Berührendes haben, findet Torinesi. Diesen Anspruch löst das Buch, zu dem die Autorin nicht nur die Rezepte, sondern auch einen Grossteil der Fotos beigesteuert hat, ein. Saisonal, nach Zeitaufwand gruppiert und mit stimmungsvollen Bildern präsentiert, sind alle Rezepte leicht verständlich formuliert und einfach in der Umsetzung. Ganz nach dem Credo der Schöpferin des Buches, das da lautet: «Kochen ist wie Yoga für die Seele. Es soll entspannen, den Kopf freimachen und der Kreativität Platz geben.»

Eine gehörige Portion derselben hat auch Illustratorin Jacqueline Grütter, 41, hauptberuflich bei den Solothurner Filmtagen tätig. Sie hat feine zeichnerische Farbtupfer gesetzt, manchmal objekthaft illustrierend, manchmal atmosphärisch untermalend. Da wird spürbar: Das Buch ist mehr als ein Produkt, es ist das sichtbare Ergebnis einer Freundschaft, die mitunter durch den Magen geht. Auch wenn Grütter offen zugibt, dass sie «weder gern noch besonders gut» kocht. Einerlei: Sie hat nun ein Buch zur Hand, mit dem sie nicht nur ihre Widerstände abbauen kann, sondern auch ihre Routine am Herd verbessern kann.

Übrigens: Das Buch heisst zwar «Fürobigchuchi». Die Macherinnen versichern aber, die Rezepte gelängen auch, wenn man sie zum Zmittag ausprobiere. Es kommt auf den Versuch an. Was, am Rande vermerkt, auch für das Buch gilt. Zwei Jahre haben Torinesi und Grütter daran gearbeitet. Viel Arbeit war es, aber auch viel Befriedigung. Mit einem Resultat, das beiden gefällt. Und, ja: Sie sind «best friends» geblieben. Sie waren nach der Fertigstellung des Buches sogar zusammen in den Ferien. Und konnten über anderes als «Fürobigchuchi» reden.

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