Gänsbrunnen
Kirche St. Joseph wurde mit Heimatschutzpreis ausgezeichnet

Am Samstag ist der 13. Solothurner Heimatschutzpreis verliehen worden. «Für die kleine Kirchgemeinde mit 30 Seelen war die Renovation eine enorme Herausforderung, die eine angemessene Anerkennung durchaus verdient», lobt Remo Ankli.

Walter Schmid
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V.l.: Künstler Sammy Deichmann, Kirchgemeinde-Vizepräsident Kurt Nussbaumer, Berater Josef Zimmermann, Regierungsrat Remo Ankli, Architekt Pius Flury, Heimatschutz-Präsident Philipp Gressly und Kirchgemeindepräsident Robert Haefeli.

V.l.: Künstler Sammy Deichmann, Kirchgemeinde-Vizepräsident Kurt Nussbaumer, Berater Josef Zimmermann, Regierungsrat Remo Ankli, Architekt Pius Flury, Heimatschutz-Präsident Philipp Gressly und Kirchgemeindepräsident Robert Haefeli.

Vor einem Jahr wurde die renovierte Kirche St. Joseph in Gänsbrunnen feierlich eingeweiht. Nun erhielt die Römisch-katholische Kirchgemeinde für ihre ausserordentliche Leistung den 13. Solothurner Heimatschutzpreis. Zur Übergabe traf sich eine illustre Gästeschar in der Kirche.

Präsident Philipp Gressly würdigte die gelungene, aufwendige Restaurierung der Kirche, die – zusammen mit Pfarrhaus und Friedhof am Berghang in Gänsbrunnen gelegen – ein einmaliges Ensemble im hintern Thal bildet. Auf den Ursprung der Kirche hinweisend, führte Gressly aus: «Die Kirche St. Joseph wurde durch die Solothurner Obrigkeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Bollwerk gegen die Wiedertäufer errichtet und 1628 geweiht.» 1720 entstand ein Riegelbau als Pfarrhaus, und Gänsbrunnen wurde zur Pfarrei mit eigenem Pfarrer erhoben.

«Eine enorme Herausforderung»

Regierungsrat Remo Ankli nahm den historischen Faden auf. Die Wirren der Reformation zerstörten die Propstei Moutier-Grandval. Propst Cornelius floh vorerst mit seinem Gefolge nach Solothurn und später nach Delémont. 1569 verkaufte der Propst die Ländereien an der Raus und der Dünnern (Gänsbrunnen und Welschenrohr) an Solothurn, mit der Auflage, den altüberlieferten Glauben zu erhalten. Mit dem Bau der Kirche erfüllten Schultheiss und Rat die Bedingung. Ankli würdigte das Ergebnis der umfassenden Renovation: «Für die kleine Kirchgemeinde mit 30 Seelen war die Renovation eine enorme Herausforderung, die eine angemessene Anerkennung durchaus verdient». Dank verdienten all die vielen Mitwirkenden, die zum Erhalt dieses Kulturgutes beitrugen. Namhafte Spenden, Subventionen und der Verkauf des Pfarrhauses ermöglichten, die Investitionen von über einer Million Franken ohne Verschuldung einzugehen.

Holzfiguren als Geschenk

Architekt Pius Flury gab einen Überblick über die ausgeführten Arbeiten. Nach der Aussenrenovation erfolgte eine umfassende Bestandesaufnahme und Beurteilung durch Fachleute. So beschloss die Kirchgemeindeversammlung, die Renovation in zwei Etappen zu je rund einer halben Million in Angriff zu nehmen. «Damit war es möglich, die gesamte historische Ausstattung zu restaurieren, die kleine Orgel zu revidieren, eine neue Beleuchtung zu installieren und den Chorraum mit neuen liturgischen Elementen wie Altar und Ambo auszustatten.»

Ausserhalb der Kirche stehen zwei schwarze Holzfiguren, die «Visitors», geschaffen vom Künstler Sammy Deichmann aus Aedermannsdorf. Aus den Händen von Präsident Gressly durfte Kirchgemeindepräsident Robert Haefeli den Heimatschutzpreis in Form eines Präsents in Holz entgegen nehmen. In berührenden Worten dankte er für die hohe Auszeichnung, die er als Anerkennung für die in sieben Jahren geleistete Arbeit ansieht. Aus gesundheitlichen Gründen nach Gänsbrunnen gekommen, sah sich Haefeli bald in die Kirchgemeinde eingebunden – als Sakristan, Kirchgemeinderat und schliesslich als Präsident. «Die Arbeit hat mir viel Freude bereitet und mich wieder gesund gemacht», meinte er. Er versprach, zur Kirche Sorge zu tragen, sie zu betreuen und ihrem Zweck zuzuführen.

Zum Abschluss der gediegenen Feier spielten Martin Zangerl und Thomas Achermann. In einer gefälligen Broschüre sind Geschichte und Restaurierung der Kirche St. Joseph zusammengefasst. Sie ist bei der Kirchgemeinde Gänsbrunnen zu beziehen.

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