Steueramt
Keine «Panama»-Spur führt nach Solothurn

Der Bund hat in der Schweiz 450 Personen und Firmen mit Bezug zu den «Panama Papers» gefunden. Niemand davon ist im Kanton Solothurn zu Hause, heisst es beim kantonalen Steueramt.

Franz Schaible
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Skyline von Panama City, wo einer der grössten Steuerskandale der Geschichte aufflog.

Skyline von Panama City, wo einer der grössten Steuerskandale der Geschichte aufflog.

Keystone

Der Kanton Solothurn ist offenbar nicht direkt von den Recherchen unter dem Namen «Panama Papers» betroffen. «Die Eidg. Steuerverwaltung hat keine im Kanton Solothurn wohnhaften Personen oder Firmen mit Bezug zu den ‹Panama Papers› gefunden», erklärt auf Anfrage Marcel Gehrig, Chef des kantonalen Steueramtes.

Die Frage stellte sich, nachdem Anfang Oktober die Eidg. Steuerverwaltung bekannt gab, dass sie in der Schweiz 450 natürliche und juristische Personen gefunden hat, die einen Bezug zu Offshore-Strukturen hätten. Zwar sei damit nicht gesagt, dass es sich in jedem Fall um Steuerhinterzieher handle. Zur Abklärung wurden deshalb die Daten über die 450 Fälle an die zuständigen Kantone übergeben. Diese müssen nun die genannten Namen mit den entsprechenden Steuerdossiers überprüfen.

Im Gegensatz zu Solothurn sind dem Kanton Bern drei Personen gemeldet worden, die einen Bezug zu den «Panama Papers» haben. Dies schrieb der Berner Regierungsrat kürzlich in einer Antwort auf einen Vorstoss im Parlament. Hätten Spuren auch in den Kanton Solothurn geführt, hätte man die steuerlichen Verhältnisse der Betroffenen unter die Lupe genommen und gegebenenfalls ein Nach- und Strafsteuerverfahren durchgeführt, erläutert Marcel Gehrig. Konkret hätte man die Daten mit den Steuererklärungen und -Veranlagungen der ermittelten Personen abgeglichen. «Die in Panama gefundenen Hinweise auf Vermögenswerte könnten ja deklariert sein.»

Im vergangenen April haben internationale Medien die Namen von über 200'000 Kapitalgesellschaften im Internet publiziert, welche in Panama gegründet worden seien. Sie stehen in Verdacht, in diesen Offshore-Konstrukten Gelder vor dem Fiskus versteckt zu haben.