Coronavirus

Kanton Solothurn intensiviert Contact Tracing – Zivilschutz sucht geeignete Quarantäne-Unterkünfte

Wer mit Neu-Erkrankten Kontakt hatte, wird unter Quarantäne gestellt.

Wer mit Neu-Erkrankten Kontakt hatte, wird unter Quarantäne gestellt.

Das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn intensiviert das Contact Tracing mit einer neuen Softwarelösung und zusätzlichen personellen Ressourcen. Deswegen werden auch mehr Quarantäneplätze benötigt.

Es sind gute Nachrichten: Die Anzahl der täglichen Neuansteckungen geht zurück. In den letzten Tagen sank die Fallzahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen unter hundert. Das bedeutet auch, dass das Contact Tracing durch die Kantone wieder aufgenommen wird. Wie die Staatskanzlei in ihrer Medienmitteilung vom 8. Mai schreibt, hat das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn mit der Nachverfolgung der Ansteckungen nie aufgehört. Nun werde das Contact Tracing mit Hilfe der neuen Software SORMAS und zusätzlichen personellen Ressourcen aber wieder intensiviert.

In der Eindämmungsphase, in welcher wir uns befinden, kommt die sogenannte «Test & Trace»-Strategie zur Anwendung. Ziel dabei sei die frühzeitige und möglichst vollständige Erfassung neuer Covid-19 Fälle sowie deren konsequente Isolierung, schreibt die Staatskanzlei. Alle, die mit einer infizierten Person in engem Kontakt standen, sollen zehn Tage unter Quarantäne gestellt werden. «Im Zusammenhang mit der Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie ist mit einem erneuten Anstieg der Fälle zu rechnen. Zudem ist mit der Aufnahme eines intensivierten Contact Tracings ebenfalls mit einer Zunahme der Personen unter Quarantäne zu rechnen», erklärt Andrea Affolter, die Medienbeauftrage des Kantons. Aus diesem Grund sei der Zivilschutz damit beauftragt worden im Sinne einer Eventualplanung geeignete Quarantänestandorte zu suchen. «Im Auftrag des Sonderstabes Corona sucht der Zivilschutz nach möglichen Infrastrukturen. Wir haben bereits einige geeignete Standorte gefunden, die sich auch dafür bereit erklärt haben», teilt Benjamin Kuoni vom Zivilschutz auf Anfrage mit. Der Kanton habe auch in der Frühphase der Pandemie Standorte wie zum Beispiel auf dem Balmberg als Quarantäneunterkunft eingerichtet, so Affolter.

Diese Unterkünfte beispielsweise in Hotels oder Pfadiheimen sind für diejenigen Personen gedacht, bei denen eine häusliche Quarantäne nicht möglich ist. «Für Personen ohne festen Wohnsitz, ausländische Personen oder Personen, die mit einem Risikopatienten zusammenleben», zählt Affolter auf. Im Moment würden die externen Quarantäneplätze zwar noch nicht benötigt, so sei man aber darauf vorbereitet. Basierend auf dem Epidemiengesetz übernehme der Kanton die Kosten für die Einquartierung in den Quarantäne-Unterkünften.

Die Einhaltung der vom Kantonsarzt angeordneten Zwangsquarantäne werde  vom Gesundheitsamt und dem «Team-Contact-Tracing» durch regelmässige Anrufe zu Hause kontrolliert und unterstützt.

Meistgesehen

Artboard 1