Coronakrise

Kanton erweitert Sportfonds: Sportzentrum Zuchwil erhält doch noch Unterstützung

Darf jetzt auch ein Gesuch um finanzielle Unterstützung in der Coronakrise einreichen: Das Zuchwiler Sportzentrum.

Darf jetzt auch ein Gesuch um finanzielle Unterstützung in der Coronakrise einreichen: Das Zuchwiler Sportzentrum.

Um den Sport in der Krise zu unterstützen, schliesst die Regierung «eine Lücke» im kantonalen Sportfonds. Nun können auch gemeinnützige Organisationen, die laut bisherigen Regelungen bei Bund als auch Kanton leer ausgingen, Gesuche für Beiträge stellen.

Kurzarbeit, Mietzinserlasse, Corona-Erwerbsersatz: Bund und Kantone pumpen Geld in die Wirtschaft, damit möglichst viele Unternehmen die Coronakrise überleben. Auch der Sportbereich soll nun Unterstützung erhalten – auch dort ist wegen der Pandemie Vieles zum Erliegen gekommen.

So unterstützt der Bund den Schweizer Sport mit 100 Millionen Franken. «Davon sind 50 Millionen Franken für den Bereich des professionellen Sports als zinslose Darlehen und 50 Millionen Franken als nicht rückzahlbare Beiträge für den Breitensport vorgesehen», informiert der Kanton Solothurn in einer Mitteilung. Vom Bund keine Unterstützung erhalten jedoch beispielsweise Fitnesscenter – aber auch Sportzentren.

So beispielsweise das Sportzentrum Zuchwil. Dessen Verantwortlichen haben bereits Ende April vermeldet, dass dem Zentrum aufgrund der Coronakrise der finanzielle Ruin drohe. Deshalb wandte man sich auch an den Kanton für finanzielle Unterstützung.

Für diese ist der Weg nun frei, wie aus einem Regierungsratsbeschluss hervorgeht. Dazu musste die Solothurner Regierung aber zuerst noch eine «Änderung der Richtlinien über die Ausrichtung von Beiträgen aus dem Sportfonds des Kantons Solothurn» vornehmen, und eine «Lücke» in den Bestimmungen des Sportfonds schliessen.

Alles andere würde dem Sinn des Fonds widersprechen

Der Regierungsrat spricht Beiträge aus dem Sportfonds. Diese werden gemäss kantonalen Vorgaben «zur Förderung sportlicher Tätigkeiten und zur Schaffung günstiger Voraussetzungen für sportliche Aktivitäten verwendet». Mit den Beiträgen können konkret «Erstellung, Erweiterung und Erneuerung» von Sportanlagen oder etwa Hallen geleistet werden. Die Betriebe selber werden vom Sportfonds aber nicht unterstützt. So sahen es zumindest die ursprünglichen Richtlinien vor. Wie nun die Regierung in ihrem Beschluss schreibt, müsse man feststellen, dass in diesen Vorgaben «bezüglich einer Hilfestellung für die Aufrechterhaltung der Sportinfrastruktur in einer ausserordentlichen Situation wie der vorliegenden Corona-Krise eine Lücke besteht.»

Um diese zu schliessen hat der Regierungsrat nun eine Härtefallklausel eingeführt, um eben auch Betrieben wie dem Sportzentrum Zuchwil in der Krise auszuhelfen. In der Praxis erhalten nun nicht kommerzielle Betriebe, die von der Krise betroffen sind, vom Bund keine Unterstützung erhalten, und theoretisch auch nicht vom Sportfonds profitieren dürften, doch noch einen Beitrag. Laut Regierungsrat würde es auch nicht dem Sinn des Sportfonds entsprechen, Angebote, die von der Coronakrise bedroht sind, nicht zu unterstützen.

Das Sportzentrum Zuchwil, und andere gemeinnützige Organisationen, können ein Gesuch stellen, wenn ihr Angebot «einem ausgewiesenen Bedarf entspricht und aufgrund der COVID-19-bedingten Massnahmen existenziell gefährdet ist.»

Die Änderung gilt per sofort bis Ende dieses Jahres. 

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