Vernissage
In der Solothurner Kantonsgeschichte finden sich (noch) viele Schätze

Am Donnerstagabend sind die beiden neusten Bände der Solothurner Kantonsgeschichte präsentiert worden. Dabei war viel Politprominenz – gerade solche, die selbst mal Geschichte geschrieben hat.

Lucien Fluri
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Vernissage Solothurner Kantonsgeschichte
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Landammann Roland Heim verdankte die Arbeit der 17 Autoren.
Diese Vernissagegäste haben selbst aktiv Geschichte im Kanton geschrieben: Regierungsrat Remo Ankli (3.v.r.) mit seinen zahlreich erschienenen Vorgängern, den alt Regierungsräten (v.l.) Ruth Gisi, Thomas Wallner, Cornelia Füeg, Klaus Fischer, Rudolf Bachmann sowie alt Nationalrat Urs Nussbaumer.
Sie waren gut gelaunt: SVP-Nationalrat Walter Wobmann aus Gretzenbach (l.) und der Oltner SVP-Kantonsrat Rolf Sommer.
Volles Publikum bei der Vernissage der Solothurner Kantonsgeschichte.
Frisch aus der Druckerei: Die neuen Bände der Kantonsgeschichte.
Frisch aus der Druckerei: Die neuen Bände der Kantonsgeschichte.
Die Chefin des kantonalen Amtes für Kultur, Eva Inversini (l.), Claudia Moritzi, Co-Leiterin Museum Altes Zeughaus, und André Schluchter, Projektleiter der Kantonsgeschichte.
Vernissage Kantonsgeschichte
Peter von Sury, Abt von Mariastein (m.), im Gespräch mit seinem Bruder Felix von Sury (r.) und dem Journalisten Christian von Arx.Vernissage Kantonsgeschichte

Vernissage Solothurner Kantonsgeschichte

michelluethi.ch

Mit dem Wappen auf dem Autokennzeichen hat man einen Kanton ziemlich schnell definiert. Aber was ist, wenn man eine Geschichte eines Kantons schreiben muss: Was macht da einen Kanton aus? Wie kann man die lokalen Besonderheiten herausschälen, die den Kanton abheben? Wie werden lokale und globale Prozesse in Einklang gebracht?

«So ein Kanton ist eine Herausforderung», sagte gestern am Donnerstagabend der Projektleiter der Kantonsgeschichte, André Schluchter, bei der Präsentation der beiden neusten Bände der Kantonsgeschichte.

In zwei Bänden und auf 1000 Seiten haben die 17 Autoren die Geschichte des Kantons im 20. Jahrhundert dargestellt. Ziel des Werkes sei es nicht nur gewesen, den Entwicklungen im Kanton und den unterschiedlichen Regionen gerecht zu werden, sagte Schluchter. «Wir wollten auch möglichst nahe bei den Leuten bleiben, die gewirkt haben.»

«Wichtig, um den Kanton zu verstehen»

Beeindruckt vom Werk und über die verständlich dargestellten, eigentlich doch komplexen Sachverhalte zeigte sich Kulturdirektor Remo Ankli, der seinem Regierungskollegen, Landammann Roland Heim, die ersten Bände überreichte. Heim verdankte die Arbeit des Autorenteams und blickte auf die Geschichte der Kantonsgeschichte zurück, die vor 66 Jahren begonnen hatte.

Zwar gebe es skeptische Stimmen, ob man bei den Bänden zur jüngsten Geschichte nicht selbst noch zu nahe am Geschehenen sei, um es zu beurteilen, so Heim. «Aber es ist doch gerade eine Chance für die Gegenwart, uns mit den Wertungen in einem solchen Werk auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, um den Kanton 2018 zu verstehen.»

Trotz Nähe sachlich bleiben

Gerade die Nähe zum Geschehenen habe es nicht immer einfach gemacht, sagte denn auch Verena Bider, Direktorin der Zentralbibliothek und Präsidentin der begleitenden Fachkommission. So würden auch bei weniger schönen Geschichten Akteure oder deren unmittelbare Nachfahren noch leben. Es gehöre zur Professionalität der Historiker, Ereignisse, Strukturen und Prozesse sachlich darzustellen, ohne Schuldzuweisungen zu machen.

Von der «Knochenarbeit» in den Archiven erzählte stellvertretend für das Autorenteam Patrick Schoeck-Ritschard. «Man stiess immer wieder auf Schätze, die man bergen wollte», blickte er auf seine Arbeit zurück. «Es mussten aber oft Sondierungsbohrungen bleiben, sonst wären wir in 20 Jahren noch dran.»

Zahlreiche Trouvaillen seien aber doch freigelegt worden, was bei fast allen Autoren zu viel zu viel Material geführt habe. «Die Redaktionsarbeit war eine Verzichtsplanung.» Wer einen Teil der Schätze finden will, kann dies nun in den neuen Bänden tun. «Sie bieten aber noch unzählige Spuren zu weiteren Schätzen. Es gibt noch viel zu tun», so Schoeck-Ritschard.

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