Extremschwimmer
Im Ziel nach 105 Kilometer und vier Tagen: Romano Mombelli schwamm durch drei Juraseen

«Es ist schön, nach Hause zu schwimmen», sagte Romano Mombelli nachdem er am Freitag das Ziel in Solothurn erreichte. Er schwamm in vier Tagen 105 Kilometer weit. Alleine im Wasser des Neuenburgersees verbrachte er zwölf Stunden und zehn Minuten.

Hans Peter Schläfli
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Mombelli
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Eines von zwei Begleitbooten, immer in sicherer Distanz.
Nach seiner Ankuft gab es kein grosser Jubel. Die Freude komme jeweils erst zwei, drei Tage später.
Romano Mombelli wird am Ziel von den Medien belagert.
Romano Mombelli ist am Ziel angekommen.
Die Einsamkeit des Schwimmers in der kalten Aare.

Mombelli

Hans Peter Schläfli

«Jetzt bin ich kaputt», sagte Romano Mombelli, als er gestern kurz vor drei Uhr beim Solothurner Landhaus aus der Aare stieg und sich hinsetzte. Kein grosser Jubel, nicht einmal ein Lächeln. Nur da auf der untersten Stufe der Treppe sitzen. So genoss der Extremschwimmer seinen Erfolg. Erst nach ein paar Minuten schien das Leben wieder in ihn zurückzukehren: «Wenn man ankommt, erlöscht ein Traum. Die Freude kommt erst zwei, drei Tage später.»

Die Aare half kräftig mit

Dabei war die letzte der vier Etappen seines Schwimm-Abenteuers eigentlich nur noch das Dessert: Von Biel nach Solothurn riss die Strömung der Aare so rasant, dass er zwei Stunden früher am Ziel ankam, als ursprünglich geplant war.
105 Kilometer ist Mombelli in vier Tagen geschwommen. Zwölf Stunden und zehn Minuten verbrachte er alleine im kalten Wasser des Neuenburgersees. Warum tut sich ein 23-jähriger Mann so etwas an? «Es war einfach mein Traum, einmal von Yverdon nach Solothurn zu schwimmen», erklärt Mombelli, was eigentlich nicht zu erklären ist.

Drei- bis viermal pro Stunde verpflegte sich der Freischwimmer mit Gels und Getränken, die ihm mit einem Seil aus einem der beiden Begleitboote gereicht wurden. Eines der Boote oder das Land zu berühren, das hätte sofortige das Scheitern bedeutet.
Nun will sich Mombelli erst einmal belohnen. «In den nächsten paar Tagen werde ich gut essen und nichts tun. Nicht nur Gels und Glukose, jetzt darf es auch etwas Ungesundes sein. Essen was Spass macht.»
«Wir leben in einer so schönen Region. Man muss nicht immer in ferne Länder reisen», fasst der Extremschwimmer seine Mission zusammen. «Es geht mir nicht nur darum, zu beweisen, dass ich das schaffe. Ich will auch den Leuten zeigen, dass es vor der eigenen Haustür viel Schönes zu erleben gibt.» So sei das Projekt mit den drei Seen entstanden. «Und dann wollte ich auch nach Hause schwimmen.»

Nächstes Kapitel «Ocean’s Seven»

Aber es war nicht alles eitel Freude. «Als ich im Neuenburgersee zehn Minuten vor einer Boje warten musste, weil der Joran so heftig bliess, war das schon ein schwieriger Moment. Aber genau das ist die Herausforderung. Sich überwinden.»
Es sind nicht die Ocean’s Eleven, es sind die Ocean’s Seven, die es ihm angetan haben. Von den sieben extremen Meerengen, die Freischwimmer interessieren, hat Romano Mombelli die Strasse von Gibraltar bereits durchschwommen. Als Nächstes könnte der Ärmelkanal in seinen Fokus geraten, aber definieren will er noch nichts, so kurz nach der Realisierung eines Traums.

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