Ausstellung

Im Kunstmuseum Olten wird gedruckt – mit Händen und Füssen

Das Kunstmuseum Olten zeigt Werke aus dem Nachlass von Meinrad Peier (1903–1964) und mehr.

Das Kunstmuseum Olten lädt ab 5. September zu zwei neuen Ausstellungen ein: Mit der Hauptausstellung «Jeder Schnitt etwas Bestimmtes», und der darauf Bezug nehmenden Ausstellung «In Holz geschnitten» soll den Besuchern die Welt der Holz- und Linolschnitte nähergebracht werden.

In den beiden Ausstellungen werden Holzschnitte aus unterschiedlichen Zeitperioden und verschiedener Stilepochen einander gegenübergestellt. Einige davon stammen aus der Sammlung des Museums, andere sind neue Werke zeitgenössischen Künstler.

Meinrad Peiers Nachlass als Geschenk

Die Werke des Künstlers Meinrad Peier (1903–1964) sind der eigentliche Anlass zu diesem Projekt, denn das Kunstmuseum Olten durfte 2018 seinen künstlerischen Nachlass als Geschenk von seinem Sohn Hans Rudolf Peier entgegennehmen. Meinrad Peier war ein sensibler Chronist der Region Olten auf ihrem Weg in die Moderne. Er nutzte seine Kunst, um auf pointierte Weise politische Gegebenheiten wie die militärische Aufrüstung oder die Zerstörung der Natur zu thematisieren.

Die Ausstellung hat zum einen das Ziel, den Besuchern die Werke des Oltner Künstlers in Erinnerung zu rufen und zum anderen, seine traditionelle Drucktechnik mit vier weiteren zeitgenössische Positionen zu vergleichen. Der Titel der Ausstellung «Jeder Schnitt etwas Bestimmtes» ist Peiers Text «Über dem Holzschnitt» entnommen, in dem er 1930 seinen Zugang zu der traditionellen Technik des Holzschnitts beschrieb.

Diese Technik kann nun im Vergleich mit den Werken der Künstler Josef Felix Müller (*1955), Alois Lichtsteiner (*1950), Scarlet Mara (*1985) und Selina Zürrer (*1992) betrachtet werden, sodass ein Dialog zwischen traditionellen und modernen Techniken entsteht. Neben Peiers Kunstwerken werden in der Ausstellung «In Holz geschnitten» auch Holzschnitte anderer Künstler aus Peiers Generation gezeigt, von welchen einige politisch-gesellschaftskritische Themen behandeln, andere wiederum weitere «typische» Spielformen des Holzschnitts repräsentieren.

Mit Wandersocken

Ausserdem wird an dieser Ausstellung das Ergebnis eines ganz besonderen Anlasses präsentiert, der am vergangenen Mittwoch im Kunstmuseum stattfand. Am Nachmittag trafen sich im Parterre des Hauses Druckerin Anja Sitter und Künstler Josef Felix Müller mit acht geladenen Gästen, um mit ihnen gemeinsam Müllers neusten grossformatigen Holzschnitt mit dem Titel «Wege» zu kreieren.

Dazu trugen alle alte Wandersocken und verteilten mit diesen Druckfarbe auf dem 3 mal 2,5 Meter grossen Holzstock. Die Idee dahinter war, den Mitwirkenden einen Einblick in die Entstehung eines Holzschnittes zu vermitteln. Die Aktion Füsseln konnte durch die Fenster des Museums von interessierten Passanten beobachtet werden und wurde ausserdem auf Wunsch des Künstlers filmisch festgehalten. (mgt/sdf)

Hinweis: Bis 8. November. Vernissage Samstag, 5. September 14–20 Uhr.

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