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Hierhin zieht es die Solothurner in die Sommerferien

Die Umfrage bei Solothurner Reisebüros zeigt: Kreuzfahrten und Flüge in den Sommerferien sind trotz Umweltdebatte beliebt.

Der Hitzesommer 2018 bleibt den Leuten im Gedächtnis: Das laufende Jahr sei deshalb ein Spätbucherjahr, berichten die Reisebüros in der Region. Viele Leute warteten ab und buchten die diesjährigen Sommerferien kurzfristig, abhängig vom Wetter in der Schweiz und in der Mittelmeerregion.

Wenn sie dann buchen, geht es für die meisten ab ans Mittelmeer, die Hitzescheuen zieht es in den Norden. Griechenland, Zypern, Sardinien und die Balearen boomen, in Italien und Spanien sei aber der Preisanstieg zu spüren, der auch prompt zu weniger Buchungen in der Region führe. Davon profitieren die Türkei, Tunesien und Ägypten. Nach den politischen Unsicherheiten der letzten Jahre seien viele noch zögerlich, die tiefen Preise locken aber schliesslich doch wieder mehr Badegänger in die Region. «Die Leute bemerken die Preiserhöhung in Spanien, vor allem auf den Kanarien und Balearen, da weichen viele auf Ägypten und vor allem die Türkei aus, die durch das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis heraussticht», teilt die Knechtreisen AG mit. Touristik Schweiz bezeichnet die Türkei sogar als «eine der beliebtesten Familiendestinationen in Europa überhaupt.»

Immer mehr Urlauber zieht es seit einigen Jahren auch in den Norden. Auch dieses Jahr hält die Beliebtheit der Reisen nach Skandinavien, Irland, Schottland, Island, Norddeutschland an. Die dänische «Hygge», auf Deutsch in etwa «Wohlbefinden», ist seit einiger Zeit in aller Munde und locke viele Touristen an. Das gemässigtere Klima und eine Infrastruktur, die mehr Ferienhäuser und weniger Hotelreihen bietet, spreche vor allem Familien und ältere Generationen an, erklärt man bei ArrowTours aus Balsthal.

Reisebüros im Kanton bleiben gefragt

Das immer breitere Reiseangebot im Internet sei zwar bemerkbar, gefährde die Reisebüros aber nicht direkt. «Zu uns kommt, wer spezielle Wünsche hat, oder wer online schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat», erklärt Heinz Schachtler von DanTours aus Olten. Auch andere Reiseagenturen wie Travellino aus Solothurn und Hauri Reisen AG aus Olten geben an, dass Standardangebote oft im Netz gebucht werden, sobald die Reisenden aber spezifischere Vorstellungen haben, oder bereit sind, grössere Summen auszugeben, ziehe es sie wieder ins Reisebüro. Nicht nur Stammkunden, sondern auch junge Menschen, die Sprachreisen buchen oder Urlauber, die vom grossen Angebot im Internet schier überwältigt sind, seien froh um die Beratung in den Reisebüros und die Sicherheit, nicht auf unseriöse Anbieter reinzufallen.

Klimawandel hat keinen Einfluss

Der Klimawandel und die hitzigen Diskussionen um den Umweltschutz beeinflussen die Solothurner Urlauber nicht. Petra Hubler-Schäfer von el travel in Solothurn meint: «Jeder möchte umweltbewusst sein. Sobald es aber beginnt, etwas zu kosten, ist die Umwelt plötzlich nicht mehr so wichtig». Das Thema Umwelt beschäftige die Reisebranche schon lange und Aspekte wie CO2-Kompensationen oder Zug- statt Flugreisen würden im Gespräch mit den Kunden regelmässig angesprochen.

Jedoch würde man keine Veränderung im Buchungsverhalten der Urlauber feststellen können. Auch Kreuzfahrten und Langstreckenreisen nach Nordamerika und neuerdings auch Südafrika gewännen noch an Beliebtheit, statt klimaneutraleren Alternativen Platz zu machen.

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