Kündigung
Handy am Steuer: Auch im Kanton Solothurn wurden schon Chauffeure entlassen

Bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) wurde innerhalb eines Jahres drei Chauffeuren gekündigt, weil sie am Steuer mit Handy oder Tablet hantierten. Doch wie handhaben das die Busbetreiber in der Region?

Lea Durrer
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Die Hände gehören ans Lenkrad.

Die Hände gehören ans Lenkrad.

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Die volle Aufmerksamkeit gehört auf die Strasse, da kennen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) kein Pardon. Im vergangenen Jahr entliessen sie drei Fahrer, die sich nicht regelkonform verhielten. Streng sind auch die Verkehrsunternehmen im Kanton Solothurn, wie eine Umfrage zeigt. «Wer sich nicht an die Vorschriften hält und die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet, wird fristlos entlassen», stellt Toni von Arx, Geschäftsleiter des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu (BOGG) klar. Die Vorschriften basieren auf der Gesetzgebung des Strassenverkehrsgesetzes.

Während der Fahrt gehören beide Hände ans Steuer. Die Sicherheit der Passagiere ist das A und O. Selbst mit einer Freisprecheinrichtung zu telefonieren ist meist untersagt, obwohl das Gesetz es eigentlich zulassen würde. Die Aare Seeland mobil (ASM) erlaubt es «bei dringenden Anrufen unseres Fahrdienstes», so Kurt Rüttimann, Leiter Betrieb Bus. Die Chauffeure können Anrufe über die eingebaute Anlage entgegennehmen, ohne das Steuer loslassen zu müssen. In der Regel sollten Anrufe aber nicht während der Fahrt erfolgen, oder der Chauffeur werde aufgefordert, beim nächsten Halt zurückzurufen.

Beim BOGG darf das Fahrpersonal erst einen «dringenden Anruf tätigen oder eine SMS schreiben, wenn der Bus sicher an der Haltestelle steht», sagt Toni von Arx. Auch das Tablet im Bus, auf dem alle Informationen zu finden sind, die der Chauffeur für seinen Dienst braucht, darf nur bedient werden, wenn der Motor nicht mehr läuft und sich das Fahrzeug in einem «gesicherten Zustand» befindet. Jeder Chauffeur hat eine entsprechende Nutzungsvereinbarung unterschrieben. Die betriebseigene Kommunikation läuft über den Funk, welcher per Fussdruck bedient werden kann.

Kaugummi wäre erlaubt

Während dem Fahrpersonal beim BOGG erlaubt ist, an einer Haltestelle eine SMS zu schreiben, sind diese Tätigkeiten beim Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU) und dem Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) verboten. «Die Benutzung von Unterhaltungselektronik und Handy ist während der Fahrt und während des Aufenthalts an Zwischenhaltestellen nicht gestattet», sagt Mediensprecherin Fabienne Thommen.

Grundsätzlich sei jede Ablenkung während der Fahrt verboten. Dazu gehört auch Essen und Trinken, obwohl dies nicht explizit im internen «Handbuch für das Fahrpersonal» geregelt ist. Einen Kaugummi zu kauen oder noch den letzten Bissen des Sandwichs herunterzuschlucken, wäre aber erlaubt.

Zuerst kommt die Verwarnung

Eines handhaben alle angeschriebenen Verkehrsunternehmen gleich: Wird jemand bei einer Widerhandlung erwischt, wird der Chauffeur zuerst verwarnt. «Bei Wiederholung wird die Kündigung ausgesprochen», so Hans-Rudolf Zumstein, Geschäftsleiter des Busbetriebs Grenchen und Umgebung (BGU).

Bisher sei eine Person entlassen worden. Beim BSU wurde 2015 einem Buschauffeur gekündigt, weil er während der Fahrt eine SMS geschrieben hatte und wegen weiterer Unregelmässigkeiten aufgefallen war. Beim RBS gab es einzelne kleinere Verstösse, aber keine Kündigung. Ein Chauffeur musste bei der ASM zur Unterredung antraben, nachdem er mit dem Handy in den Händen erwischt worden war.

Auch beim BOGG blieb es bei einer Verwarnung, weil ein Fahrer per Freisprechanlage telefonierte. Toni von Arx weist seine Mitarbeiter gerne darauf hin, dass sie sich in einer exponierten Lage befinden. Zirka 80 Prozent der Fahrgäste würden während der Fahrt ihr Smartphone in den Händen halten. Deshalb sei ein etwaiges Fehlverhalten des Chauffeurs auch schnell dokumentiert. Bisher hat von Arx noch nie entsprechende Rückmeldungen erhalten.

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