Kanton Solothurn

Hamsterkäufe in Solothurner Apotheken: «Die Leute haben Angst»

Apotheken rechnen mit Lieferengpässen - auch aufgrund von Hamsterkäufen sind Vorräte beschränkt.

Apotheken rechnen mit Lieferengpässen - auch aufgrund von Hamsterkäufen sind Vorräte beschränkt.

Zu Beginn der aktuellen Coronakrise wurden Apotheken im Kanton Solothurn überrannt. Die Menschen wollten Vorräte an Schutzmasken, Desinfektionsmittel, aber auch Medikamente gegen Fieber und Husten zutun. Eine neue Regelung hat den Hamsterkäufen einen Riegel vorgeschoben. Apothekerinnen und Apotheker sind aber nach wie vor stark gefordert.

Medikamente Im Gegensatz zu den Hausarztpraxen, die je nach Klientel derzeit eher leerer sind als vor der Krise, häuft sich die Kundschaft in den Apotheken. Vor allem zu Beginn der Coronakrise habe man zahlenmässig weit über dem Durchschnitt Kundinnen und Kunden gehabt, berichtet Melanie Grütter.

Grütter arbeitet in der Jura Apotheke in Dulliken und präsidiert den kantonalen Verein der Apothekerinnen und Apotheker. «Gespürt haben wir auch, dass viele Kundinnen und Kunden Angst haben.» Fragen zum Virus habe man eher weniger gehabt. Dafür umso mehr Kundinnen und Kunden, die sich vorsorglich mit Medikamenten eindeckten, regelrecht Hamsterkäufe tätigten; Medikamente gegen Husten und Fieber, aber auch Schutzmasken und Desinfektionsmittel.

«Viele haben Angst vor einem Versorgungsengpass. Hamsterkäufe auszureden, ist für uns schwierig. Wir versuchen jeweils, mit Factsheets des Bundesamts für Gesundheit sachlich zu informieren, Ängste zu nehmen.» Nun hat zudem der Bundesrat Hamsterkäufen in den Apotheken einen Riegel vorgeschoben; seither darf pro Einkauf nur noch eine Packung Schmerzmittel, Fiebersenker und hustenstillende Medikamente gekauft werden. «So kann man Versorgungsengpässe sicher am längsten hinauszögern», so Grütter.

Prognosen darüber abzugeben, wie lange man noch genügend Medikamente hat, sei schwierig, auch könne sie nicht genau sagen, wo wirklich ein Engpass besteht. Denn: «Auch die Lieferanten sind am Anschlag, weil sie so viele Bestellungen haben. So gibt es auch kurzfristige Engpässe bei anderen Medikamenten – einfach, weil Lieferungen im Verzug sind.»

Heimlieferdienst und Schutzmassnahmen innerhalb der Läden

Auch innerhalb von Apotheken gilt es, Abstand zu halten. In Dulliken wurden Plexiglasscheiben an den Ladentheken installiert. Am Boden Markierungen, hinter welchen Kundinnen und Kunden warten müssen. Zudem: «Bei uns dürfen sich noch vier Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten», so Grütter.

Zusätzlich wurde eine Studentin engagiert, welche sich um den Hauslieferdienst der Apotheke kümmert. So soll auch dafür gesorgt werden, dass Angehörige der Risikogruppe nicht mehr in die Apotheke müssen.

Zudem gilt laut Grütter: «Wer Fieber oder Husten hat, soll zu Hause bleiben und unseren Lieferservice in Anspruch nehmen.» So soll das Team, das jetzt Vollgas gibt, geschont und eine Anhäufung von Kundschaft im Laden verhindert werden. «Das liegt uns jetzt wirklich sehr am Herzen.»

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