Feierstunde

Gedenktafel für den Bomber-Absturz bei Bätterkinden

Beim Schiessstand Gerlafingen abgesprungen: Ein Besatzungsmitglied des B-24 (Pfeil) samt seinem Fall schirm und einheimischen Zaungästen.

Beim Schiessstand Gerlafingen abgesprungen: Ein Besatzungsmitglied des B-24 (Pfeil) samt seinem Fall schirm und einheimischen Zaungästen.

Am Rand von Bätterkinden explodierte am 13. Juli 1944 ein Bomber der US-Armee. Die B-24 Liberator «Battlin Baby» war bei einem Einsatz über Saarbrücken von der Flak getroffen worden.

Nachdem in Utzenstorf im August 1943 ein amerikanischer Bomber B-17 Fliegende Festung notgelandet war, kam das Nachbardorf Bätterkinden elf Monate später «an die Reihe»: Am 13. Juli 1944 stürzte ein amerikanischer Bomber des Typs B-24 Liberator ab. Das schwere Flugzeug war an diesem Tag in Seething im englischen Norfolk gestartet und beteiligte sich an einem Angriff auf Saarbrücken. 

Über dem Ziel wurde die B-24 von der deutschen Fliegerabwehr beschädigt, worauf Pilot Dale E. Grubb Kurs auf die neutrale Schweiz nahm. Über das Elsass und Basel flog der Bomber in die Schweiz ein, überquerte den Jura und flog an Oensingen vorbei Richtung Wasseramt. Die zehnköpfige Besatzung verliess im Raum Biberist das schwer angeschlagene Flugzeug. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigte sich an der Tatsache, dass die B-24 bei Bätterkinden noch in der Luft explodierte und abstürzte.

Gedenktafel für Bomberabsturz in Bätterkinden

Gedenktafel für Bomberabsturz in Bätterkinden

Feierstunde mit Absprüngen

Die Besatzung überlebte und auch am Boden kam glücklicherweise niemand zu Schaden. Neun Amerikaner wurden in der Folge in Adelboden interniert, einer musste mit einem gebrochenen Fussknöchel ins Bürgerspital Solothurn eingeliefert werden. 

71 Jahre später, am Sonntag, 12. Juli, wird nun an der Absturzstelle eine Gedenktafel enthüllt. Initiant ist der Utzenstorfer Rolf Zaugg, der sich seit rund 25 Jahren mit Flugzeugabstürzen und Notlandungen in der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt und zu dieser Thematik auch ein eigenes Museum betreibt. 238 Flugzeuge fremder Armeen machten im Verlaufe des Zweiten Weltkriegs eine Notlandung in der Schweiz oder stürzten hier ab. In all den Jahren konnte Rolf Zaugg zahlreiche Kontakte zu in der Schweiz gestrandeten Kriegsveteranen schliessen, die mittlerweile aber fast alle verstorben sind.

Deren Nachkommen besuchen noch Jahrzehnte später die Schauplätze in der Schweiz. So kam Zaugg auf die Idee, bei der Absturzstelle in Bätterkinden eine Gedenktafel aufzustellen. Diese wird an der neuen Holzwand beim Haus der Familie Althaus, dem «Buchser-Hüsi», befestigt werden. Eingeweiht wird die Tafel mit einer öffentlichen Feier am kommenden Sonntag, 12. Juli. Zur Einweihungsfeier werden Überflüge mit historischen Flugzeugen die Ansprachen umrahmen. Aus einer Antonov An-2 werden Fallschirmspringer in originalen Uniformen der US-Paras und mit Rundkappen-Schirmen abspringen, sodass die Rettungssprünge der Bomber-Besatzung nachempfunden werden können.

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