Grenchen

Folge der Party mit Corona-Ignorant: 1 Person bisher positiv getestet

Mitarbeiterin in einem Corona-Testzentrum.

Mitarbeiterin in einem Corona-Testzentrum.

280 Personen mussten in Quarantäne, nachdem herauskam, dass eine mit dem Coronavirus infizierte Person am Samstag vor einer Woche an zwei Partys in Grenchen teilnahm. Neue Ansteckungszahlen gab der Kanton am Montag mittag zwar nicht wie gewohnt bekannt, dafür liess er verlauten: Bislang wurde eine Person positiv auf das Virus getestet, die an diesen Veranstaltungen teilnahm. «Weitere Fälle sind noch nicht gemeldet worden», sagt Kantonsarzt Lukas Fenner auf Anfrage. Nun müssen sicher einmal die nächsten Tage abgewartet werden.

Der Kanton prüft rechtliche Schritte gegen den Gast, der trotz verordneter Isolation in den Ausgang ging und so in Kauf nahm, andere anzustecken. Gerüchten zufolge soll es sich um eine junge Frau handeln. Wer entscheidet über eine mögliche Strafe? «Anzeigen werden im Auftrag des Kantonsärztlichen Dienstes durch den Rechtsdienst des Departements des Innern erstellt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet», so Fenner. Dieses Vorgehen komme auch bei der infizierten Person aus Grenchen zum Zug.

Für den Grenchner Wirt, der sich am Wochenende trotz verordneter Quarantäne in seinem Betrieb aufhielt, ist laut Kantonsarzt Lukas Fenner dasselbe Vorgehen angezeigt: «Zurzeit erstellt der Rechtsdienst des Departements des Innern im Auftrag des Kantonsärztlichen Dienstes zuhanden der Staatsanwaltschaft eine Anzeige», sagt der Kantonsarzt.

Bei der Solothurner Staatsanwaltschaft sind bisher keine Anzeigen zum Grenchner Fall eingegangen.

Epidemiegesetz gilt bei Quarantäne und Isolation

Für die Beurteilung der Verfehlung spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Quarantäne – das betrifft eine Kontaktperson ohne Symptome – oder Isolation bei einem bestätigten Fall handle. Solange die Massnahme im Rahmen des Contact Tracing vom Kantonsarzt angeordnet wurde, gilt das Epidemiegesetz.

Bei einer fahrlässigen Zuwiderhandlung gegen die Anordnung ist nach diesem Gesetz mit einer Busse bis 5000 Franken zu rechnen. Wird der Person eine vorsätzliche Handlung vorgeworfen, kann die Busse bis zu 10'000 Franken betragen. Wenn jemand weiss, dass er oder sie positiv ist, kann laut Kanton allenfalls auch Körperverletzung als Strafbestand infrage kommen. Dies allerdings müssten dann die Strafbehörden beurteilen. (ldu)

Meistgesehen

Artboard 1