Landschaftsschutz
Fluri und Wanner kämpfen gegen die Windmühlen auf dem Grenchenberg

Das Einspracheverfahren zu den Windturbinen auf dem Grenchenberg geht in die nächste Runde. Jetzt helfen auch Solothurner, das Vorhaben zu verhindern. Darunter die Polit-Schwergewichte Kurt Fluri und Christian Wanner.

Urs Byland
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Windturbinen würden die Silouette des Grenchenbergs komplett zerstören, meinen Landschaftschutzvertreter.

Windturbinen würden die Silouette des Grenchenbergs komplett zerstören, meinen Landschaftschutzvertreter.

Fotomontage

Auf der Baudirektion in Grenchen wird die Legitimation von 14 Einsprechern gegen die Windturbinen auf dem Grenchenberg geprüft. Wer diese sind, wird offiziell noch nicht gesagt. Dennoch sind einige Einsprecher bereits bekannt.

Beispielsweise die Stiftung für Landschaftsschutz. Die Stiftung ist quasi in Solothurner Hand. An der Spitze steht Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri. Unter den 16 Mitgliedern finden sich Frank-Urs Müller aus Rüttenen als Vertreter des Schweizer Alpen-Clubs SAC, sowie der ehemalige Regierungsrat Christian Wanner aus Messen.

In der Geschäftsleitung der Stiftung verwaltet Matthias Rapp als Fachmann das Dossier. Er erläutert den Inhalt der Einsprache wie folgt: «Der Grenchenberg, ja die ganze erste Jurakette bildet eine Silhouette, die man von Weitem sieht. Die Windturbinen haben eine sehr starke Auswirkung auf diese Silhouette.» Die ganze Jurakette sei identitätsstiftend und deshalb auch auf Eingriffe sehr sensibel. «Wir wehren uns gegen Windmühlen auf der 1. Jurakette», so Rapp. Betonen will er aber auch, dass die Stiftung nicht grundsätzlich gegen Windturbinen sei.

Das könnte auch der Präsident des Stiftungsrates unterschreiben. Aber Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri stellt sich auch voll und ganz hinter die Einsprache. «An und für sich ist die Geschäftsleitung für Einsprachen zuständig, aber diese wurde im Stiftungsrat diskutiert und klar gutgeheissen.» Kurt Fluri kritisiert die Kretenlage der Windturbinen 1 bis 3 und fordert eine bessere Koordinierung mit der bernischen Seite.

Der Kanton Bern hat in nächster Nähe bei Montoz-Prés Richard einen Windenergiestandort in Prüfung. «Dort ist ein ähnliches Vorhaben geplant, dann wären die Windturbinen auf dem Grenchenberg unnötig.» Im Weiteren spricht er sich gegen die vorgesehenen Rodungen aus und wundert sich, dass exakt an der Grenze zu einem Gebiet, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung enthalten ist, diese Windanlagen gebaut werden dürfen.

Er könne nachvollziehen, dass sein Votum als Stadtsolothurner nicht überall auf offene Ohren stosse. «Aber ich handle als Präsident der Stiftung für Landschaftsschutz und nicht als Privatperson. Wir müssen alle Projekte gleich behandeln, ob sie im Kanton Solothurn oder beispielsweise im Kanton Neuenburg geplant werden.»

Noch einen Schritt weiter geht Bauer und alt Regierungsrat Christian Wanner. Er sei froh, dass diese Einsprache erfolgte, obwohl er nicht an der entsprechenden Sitzung teilnahm und bald aus dem Stiftungsrat ausscheiden werde. «Wir haben seit 1942 eine Juraschutzzone, und jetzt soll es möglich sein, dort die hohen Windräder hinzustellen, wo Bauern ihr Silo beispielsweise überdachen müssen.» Er habe nichts gegen Windenergie, aber er wehre sich gegen die Verunstaltung der Jurakette. «Das Projekt ist nicht vereinbar mit der Juraschutzzone.»

Auch lokal ist der Widerstand gross. So kann die einsprechende Gruppe Pro Grenchen auf 180 Mitstreiter zählen. Prominente Schützenhilfe erhalten die Stiftung für Landschaftsschutz und Pro Grenchen aber nicht nur durch die Pro Natura sowie den Schweizerischen Vogelschutz «Bird Life», sondern vor allem auch von Vera Weber. Ihre «Fondation Franz Weber» hat sich mit dem Ableger «Helvetia Nostra» der Einsprache der Stiftung für Landschaftsschutz angeschlossen. Engagiert ist dort auch alt Nationalrätin Brigit Wyss. Aber die Grüne spricht sich für die Windkrafträder auf dem Grenchenberg aus.

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