Jetzt ist es offiziell: Stefan Nünlist, der Präsident der Solothurner FDP, will ins "Stöckli" einziehen. Er stellt sich seiner Partei als Kandidat für die Ständeratswahlen im Herbst zur Verfügung, wie er auf Anfrage bestätigt.  

2015 waren die Freisinnigen mit Gewerbeverbandspräsidentin Marianne Meister allerdings relativ deutlich gegen die beiden Bisherigen, Roberto Zanetti (SP) und Pirmin Bischof (CVP) gescheitert. Beide treten wieder an. Ob er besser sei als Meister, bezweifle er, sagt Nünlist. „Aber man muss es probieren und den Anspruch der FDP geltend machen.“ Das „bürgerliche Solothurn“ müsse antreten. Denn: „Mit einem freisinnigen Ständerat wäre unser Kanton in Bern richtig repräsentiert.“ Nicht zuletzt will der Oltner, der seit September 2017 an der Spitze der Solothurner Liberalen steht, damit so auch ein Statement setzten.

 "Wünsche mir eine Kampfkandidatur"

Noch ist die Kandidatur nicht zu hundert Prozent in Stein gemeisselt: Nünlist ist erst von der Stadtpartei nominiert und muss noch von der Amteipartei auf den Schild gehoben werden. Am 24. April entscheiden schliesslich die kantonalen Delegierten. „Ich wünsche mir eine Kampfkandidatur“, sagt Nünlist. Allfällige Gegner sind bisher allerdings nicht auszumachen.

Nünlist tritt auch mit dem Gedanken an die Vertretung der Regionen im Kanton an. „Heute sind beide Ständeräte aus dem oberen Kantonsteil“, kritisiert er.  Der 57-jährige frühere Oltner Stadtparlamentarier hat einen Sohn, beruflich ist er als Leiter Unternehmenskommunikation bei der Swisscom tätig. Als persönlicher Mitarbeiter der Bundesräte Jean-Pascal Delamuraz und Pascal Couchepin hatte er politische Erfahrung gesammelt.