2015 neigt sich dem Ende zu

Fallende Türme und ein Riesenzeppelin: Das sind unsere Bilder des Jahres

Welche Geschichten für Aufsehen erregten präsentieren wir Ihnen in unserer Jahresrückblicks-Serie. Nun zeigen wir, welche Bilder in Erinnerung geblieben sind. Die Redaktorinnen und Redaktoren dieser Zeitung stellen ihre Bilder von 2015 vor.

Kaum ein Bild symbolisiert besser, in welchem Umbruch sich die Region rund um Solothurn befindet. Mit der Sprengung Mitte Sommer auf dem Areal Attisholz Nord wird Platz gemacht für etwas Neues.

Das kann symbolisch sein, für all die Denkprozesse, die mit den Arbeiten rund um das Fusionsprojekt Top 5 geleistet wurden. Auch wenn die Fusion als solche gescheitert ist, hat sie bei einigen doch ein Über-den-Gartenhag-hinaus-Denken angeregt.

Das kann aber auch rein bautechnisch sein, mit dem Vorgang, wie er letzten Sommer tatsächlich stattfand. Die Sprengung markiert das Ende einer Ära und zeigt, dass es weitergeht.

Mit der Planung auf den Arealen Attisholz Nord und Süd wird zudem aufgezeigt, dass der frühere Industriekanton Solothurn durchaus das Potenzial hat, sich zu verändern.

Namhafte Betriebe und Firmen haben in den Standort Solothurn investiert und sind von diesem überzeugt. Dabei wird aber nicht nur an die Arbeitsplätze, sondern auch an die Bevölkerung gedacht. Das lässt Optionen und Hoffnungen für und in die Zukunft offen.

Die Sprengung auf dem Areal Attisholz Nord

Die Sprengung auf dem Areal Attisholz Nord

Im Sommer war Grenchen einige Tage Heimathafen eines Luftschiffes. Eine Fluggesellschaft charterte den Zeppelin aus Anlass ihres Jubiläums und lud ab verschiedenen Destinationen zu Rundflügen mit dem urtümlich anmutenden, aber topmodern Fluggerät ein.

Der Publikumserfolg war entsprechend gross. Bemerkenswert war auch, dass die Fliegerei ab dem Grenchner Flughafen für einmal auch keine negativen Reaktionen zeitigte, wo doch gewisse Zeitgenossen sonst jede Flugbewegung kritisch beargwöhnen. Alle hatten irgendwie Freude an der dem fliegenden Ungetüm, das hunderte Mal fotografiert wurde und danach in so mancher Facebook-Seite auftauchte.

Der riesige Zeppelin von Edelweiss.

Der riesige Zeppelin von Edelweiss.

Es ist mit Bestimmtheit nicht das letzte Schild, das auf dem Platz direkt neben dem Autobahnkreisel der A 5 bei der Ausfahrt Pieterlen und Meinisberg zu stehen kommt. Schon jetzt weist ein neues auf den Widerstand der Bevölkerung gegen einen Durchgangsplatz für ausländische Fahrende hin.

Der Entscheid des Kantons, entweder in Pieterlen oder in Meinisberg einen solchen Platz einzurichten, bewegte in beiden Gemeinden die Gemüter und erzürnte einen Grossteil der Bevölkerung. Für Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor Christoph Neuhaus waren die beiden Informationsveranstaltungen in Pieterlen und Meinisberg jedenfalls kein Zuckerschlecken.

Inzwischen ist Pieterlen aus dem Rennen, Meinisberg wird Ende Februar 2016 nochmals mit dem Regierungsrat sprechen und man hofft, das Projekt abwenden zu können. So oder so: Wie die Schilder zeigen, wird der Widerstand weitergehen.

Das Plakat direkt neben dem Autobahnkreisel der A 5 bei der Ausfahrt Pieterlen und Meinisberg

Das Plakat direkt neben dem Autobahnkreisel der A 5 bei der Ausfahrt Pieterlen und Meinisberg

Diese Fotografie ist beim Tag der offenen Tür am 28. November in der Asylunterkunft Fridau ob Egerkingen entstanden. Sie beweist, dass die Flüchtlingsdebatte, welche die europäische Politik in diesem Jahr bestimmte, auch bei uns mit wirklichen Menschen «angekommen» ist.

Im Bild ist eine syrische Flüchtlingsfamilie zu sehen, die in ihrem Leben – neben vielem anderen – zum ersten Mal mit Schnee in Kontakt gekommen ist. Einerseits erkennt man in den Gesichtern Freude und Erleichterung, vielleicht sogar Spass. Andererseits sind Scheu und Unsicherheit und der ungewohnte Umgang mit der Kälte erkennbar. Es ist die vielschichtige Momentaufnahme einer Begegnung, die man nicht so schnell vergisst.

Die Flüchtlinge bauen ihren ersten Schneemann in Egerkingen.

Die Flüchtlinge bauen ihren ersten Schneemann in Egerkingen.

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