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Er half dem Theater aus der Krise — Alex Freihart ist mit 87 Jahren gestorben

Stadttheater Solothurn (Symbolbild)

Stadttheater Solothurn (Symbolbild)

Der frühere Direktor des Städtebundtheaters ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Am Dienstag wurde in Winterthur der am 1. September im Alter von 87 Jahren verstorbene Theatermann Alex Freihart zu Grabe getragen. Die Stadttheater von Solothurn und Biel, welche er als Städtebundtheater von 1972 bis 1983 leitete, haben ihm viel zu verdanken. Nach dem Rücktritt von Langzeitdirektor Markus Breitner 1966 schlitterte die Traditionsbühne von einer Krise in die andere. Schliesslich zogen die Behörden der beiden Städte die Reissleine und schlossen 1970 den Betrieb. Das Musiktheater wurde von der Orchestergesellschaft Biel übernommen und der Schauspielbetrieb durch Gastspiele aufrechterhalten. Die beiden Städte einigten sich, das deutschsprachige Schauspieltheater gemeinsam weiterzuführen. Nach der Ausschreibung der Direktorenstelle schlug die inzwischen neu geschaffene Paritätische Theaterkommission Alex Freihart den Städten zur Wahl vor.

Die schwierige Aufgabe in Solothurn reizte ihn

1933 in Zürich geboren, absolvierte Alex Freihart eine kaufmännische Lehre und die Schauspielschule. Nach Engagements als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Bühnen – so auch am Schauspielhaus Zürich – übernahm er 1966 die Direktion des Landestheaters Vorarlberg in Bregenz, um anschliessend als Verwaltungsdirektor beim neu gegründeten Theater für den Kanton Zürich zu amten. Es reizte ihn, aus dem Scherbenhaufen des Städtebundtheaters wieder eine blühende Institution zu machen. Am 5. Oktober 1971 wählten ihn die gemeinsam tagenden Gemeinderäte von Solothurn und Biel als Direktor. Er holte Manfred Schwarz als Dramaturg an seine Seite.

Als Direktor förderte er Schweizer Schriftsteller

Seine Spielpläne waren eine kluge Mischung aus alten und neuen Theaterstücken. Besonders herauszuheben ist die Förderung von Schweizer Schriftstellern, welche ausser Abonnement Auftragswerke schufen, darunter Adolf Muschg und Lukas Hartmann. Erinnerungswert auch, wie Birgit Steinegger Monologe von Ernst Burren interpretierte. Alex Freihart, seit 1965 mit der Schauspielerin Gerda Zangger verheiratet, beschäftigte in den elf Saisons über 150 verschiedene Schauspielerinnen und Schauspieler wie beispielsweise Robert Atzorn, welcher später in Fernsehserien und als «Tatort»-Kommissar bekannt wurde oder Heidi Diggelmann, welche im neuen Film von Rolf Lyssy die Hauptrolle spielt.

Nach seiner Zeit in Solothurn leitete er von 1985 bis 1998 das Stadttheater Winterthur. Auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2000 blieb Freihart dem Theater erhalten. Mit einzelnen Engagements als Schauspieler, zudem übersetzte und bearbeitete Freihart Stücke französischer Autoren. Die Solothurner Theaterfreunde werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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