«SOBV Dienstleistungen AG»

«Eine rein formale Geschichte»: Solothurner Bauern führen nun eine Dienstleistungsfirma

Die Bauern - im Bild ein Landwirt beim Düngen -im Kanton Solothurn können Dienstleistungen neu bei einer AG, und nicht länger beim Bauernverband selber beziehen.

Die Bauern - im Bild ein Landwirt beim Düngen -im Kanton Solothurn können Dienstleistungen neu bei einer AG, und nicht länger beim Bauernverband selber beziehen.

Der Solothurner Bauernverband erbringt eine ganze Reihe von Dienstleistungen. Nun gliedert der Verband den ganzen Sektor aus – auch, um Interessenkonflikte vorzubeugen.

Versicherungsangebote, Beratung in Rechtsfragen, Betriebshelferdienste und viele mehr: Der Solothurner Bauernverband erbringt für seine Bauern eine ganze Reihe von Dienstleistungen. So viele sind es mittlerweile, dass der als Verein organisierte Verband nun seinen gesamten Dienstleistungssektor ausgliedert.

Dafür hat er diesen Monat die «SOBV Dienstleistungen AG» gegründet. Es sei eine rein formale Geschichte. Sämtliche Mitarbeiter – sechs bis sieben Vollzeitstellen – werden übernommen, das Angebot wie auch die Tarife für die Bauern bleiben dieselben, wie Bauernsekretär Peter Brügger betont: «Unser Ziel ist es nicht, ein gewinnorientiertes Unternehmen zu gründen, sondern für unsere Bauern die bestmöglichen Dienstleistungen erbringen zu können.»

Politik und Beratung klar Trennen

Die neu gegründete AG befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Verbandes. Der Verein selber wird als solches fortbestehen. Seine Hauptaufgabe wird es künftig noch sein, die Bauern gegenüber Politik und Medien zu vertreten. Diese Trennung von politischer Vertretung auf der einen und nüchterner Geschäftsführung auf der anderen Seite war einer der Gründe für die Aufspaltung. Der Bauernverband führt auch Mandate für den Kanton aus. Dieselben Personen, die sich auf politischer Ebene unter anderem für diese Mandate einsetzten, waren es bisher auch, die beruflich auf der Dienstleistung-Seite direkt davon profitierten. Dieser potentielle Interessenkonflikt wird damit zumindest auf personeller Ebene entschärft.

Beziehungsweise wird er einmal werden. Denn zu Beginn wird es nach wie vor Peter Brügger sein, der sowohl die politische Vertretung übernimmt als auch den Dienstleistungssektor führt, als Geschäftsführer der neuen AG nämlich. Doch sein Mandat als politischer Vertreter will er, sobald der Nachfolger feststeht, abgeben. Und auch die Stelle als Geschäftsführer der AG will er im 2021 abgeben.

Schliesslich, betont Brügger, mache die Trennung auch noch aus einem weiteren Grund Sinn: «Die Aufgaben als politischer Berater und Erbringer von Dienstleistungen sind sehr verschieden. In der Politik muss man auch einmal Lärm machen können, während im Geschäft das stille Schaffen stärker im Zentrum steht.» Per ersten Januar wird die neugegründete AG ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen.

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