Juchtenkäfer

Ein ganz seltener Zeitgenosse fliegt im Kanton Solothurn wieder aus

Der Juchtenkäfer ist sehr selten.

Nicht alle leiden so unter der Sommerhitze wie wir Menschen: Der vom Aussterben bedrohte Juchtenkäfer, auch Eremit genannt, fliegt spezifisch an sehr heissen Sommertagen, meistens in der Abenddämmerung, aus, um sich neue Brut- und Paarungsstätten zu suchen.

Im Rahmen ihres Artenschutzprojektes ruft die Umweltorganisation Pro Natura dazu auf, sich an der Suche nach Standorten des Käfers zu beteiligen und Sichtungen zu melden, um die Standorte schützen und pflegen zu können.

Der Juchtenkäfer wird nur noch in Solothurn und Genf gefunden und lebt in altem, faulen Holz von sehr alten Bäumen, meistens Linden oder Eichen. Die Käfer sind drei bis vier Zentimeter lang und schwarz. Sie ernähren sich von sogenanntem Mulm, altem, von speziellen Pilzen befallenem Holz und sind daher auch keine Schädlinge, da das Holz bereits abgestorben ist. Da aber heutzutage abgestorbene Bäume meist gefällt werden, geht der Lebensraum der Käfer verloren, was dazu führt, dass es immer weniger der Spezies gibt.

Die Käfer leben Jahre lang als Larven und Puppen, bevor sie sich zu Käfern entwickeln. Wenn ihre Entwicklung einmal abgeschlossen ist, fliegen die Käfer aus, um sich zu paaren und Eier abzulegen, bevor sie nach nur wenigen Tagen sterben. Weil die Käfer sehr schlechte Flieger sind und höchstens hundert Meter zurücklegen können, ist es überlebenswichtig für sie, dass es Baumgruppen gibt, die nahe beieinander stehen.

Um möglicheStandorte der Käfer zu finden, bittet Pro Natura, alle Entdeckungen und Hinweise unter info@coleoptera.ch mitzuteilen. (szr)

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