Fête des Vignerons
Dieses Fest wird den Solothurnern in Erinnerung bleiben

300 Solothurnerinnen und Solothurner hinterlegten am Samstag mit Musik und Wein eine Visitenkarte des Kantons an der Fête des Vignerons. Und kamen vollbepackt mit überwältigenden Eindrücken wieder nach Hause.

Raphael Karpf
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Abfahrt nach Vevey. Der Bahnhof Solothurn ist fest in Hand der Fêtler.
76 Bilder
Im Zug: Regierungsrat Roland Heim.
Venner und Harnischmannen von der Bruderschaft Sanctae Margarithae
Im Zug
In violett: Winzer aus dem Schwarzbubenland.
Ankunft in Vevey
Ankunft am Bahnhof von Vevey
Die Solothurner Delegation macht sich abmarschbereit.
Quer durch die Stadt zieht der Solothurner Tross bis an den Hafen
Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
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Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
Am Hafen warten die Anwesenden auf die Einfahrt des Weinbootes
Warten aufs Boot
Fête des Vignerons
Die Pontoniere bringen das Boot mit etwas Verspätung nach Vevey.
Sie staunen nicht schlecht, als das Weinboot heranfährt
Regierungsrat Roland Heim
Regierungsrätin Brigit Wyss
Regierungsrat Remo Ankli
Auch Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri reiste mit dem Boot an
Landammann Roland Fürst überbringt Solothurner Grussworte.
Erinnerungsfoto mit den weiss-roten Männern
Patrick Schwaller, Obmann der Bruderschaft Sanctae Margarithae.
Fête des Vignerons
Grossartige Stimmung am Fest
Fête des Vignerons
Auf dieser Bühne durften sich die verschiedenen Solothurner Künstler den ganzen Nachmittag präsentieren.
Claudia Stephani war eine der Solothurner Musikerinnen und Musikern, die auftraten
Sie spielte mit dem 4 Uhr Orchester
Das Duo Strohmann und Kauz führten zweisprachig durchs Programm
Collie Herb
Collie Herb
Collie Herb
Collie Herb
Redeem
Redeem
Staatsschreiber Andreas Eng feiert an der Fête gleich noch seinen Geburtstag.
Cie. Nerim
Fe-m@ail
Yacun
Supersiech
Supersiech
Supersiech
Fête des Vignerons
Fête des Vignerons
Denise Donatsch
Denise Donatsch
Applaus für die auftretenden Künstler
Und am Abend schliesslich das letzte Highlight für die Solothurner: Besuch des Spektakels in der Arena von Vevey.
Fête des Vignerons
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20'000 Leute passen in die Arena, die extra für das Fest aufgebaut wurde.
Fête des Vignerons
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Auch die Solothurner Regierung staunte über die Auftritte.
Tag 3 Chargé pour Vevey: Ankunft in Vevey und Feier
Fête des Vignerons
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Fête des Vignerons

Abfahrt nach Vevey. Der Bahnhof Solothurn ist fest in Hand der Fêtler.

Raphael Karpf

Gespannte Stimmung am Samstagmorgen am Solothurner Hauptbahnhof. Gemischt mit ganz viel Vorfreude. Denn es ist so weit: Die Solothurner haben ihren grossen Tag an der Fête des Vignerons. Ein Sonderzug bringt die über 300 Künstler, Winzer und Politiker nach Vevey. Sie stammen aus allen Regionen des Kantons und sollen eine Visitenkarte am Winzerfest abliefern, den Kanton in seiner ganzen Vielfalt repräsentieren.

Spieler des Handharmonika Orchesters sitzen in roten T-Shirts in einem Waggon, neben ihnen drei Winzer aus dem Schwarzbubenland, gekleidet in bordeaux-farbenen Hemden mit aufgezeichneten Weintrauben. Den nächsten Wagen hat die Bruderschaft Sanctae Margarithae in Beschlag genommen: in schwarzen Vesten und mit Zylinder die Obmänner, in farbigen Strumpfhosen und mit Hellebarden der Venner (Fähnerich) und die Harnischmannen. Und im vordersten Wagen schliesslich noch die gesamte Kantonsregierung: gelöst und voller Vorfreude. Bis auf Landammann Roland Fürst, der etwas nervös auf seinem Platz sitzt und von seinen Amtskollegen damit aufgezogen wird, dass er in Vevey noch eine kurze Ansprache wird halten müssen – zum Teil auf Französisch. Später am Tag wird aber auch er gelöst durch die Gassen von Vevey spazieren: «Gigantisch. Was wir hier erleben, ist einzigartig. Ich bin von all diesen Leuten geradezu überrumpelt.»

Ganz Vevey ist eine riesige Festhütte

«Ausrichten!». Der Befehl wird nach der Ankunft im Bahnhof Vevey mehrmals gebellt. Die Solothurner Stadtmusik reiht sich in sauberen Kolonnen auf, dahinter der Rest der Delegation. Der Solothurner Fahne hinterher bewegt sich der Umzug zum Hafen, wo er von der Confrérie des Vignerons – den Veranstaltern des Festes – empfangen wird. Es ist proppenvoll auf dem Gelände, die ersten Weinflaschen werden geköpft. Zu tausenden warten die Leute gemeinsam auf die Ankunft des Solothurner Weinboots.

Und kurz nach elf Uhr kommt es dann: das Boot der Solothurner Pontoniere. Es brachte zwei Tage lang von Solothurn her weitere Ehrengäste und Wein nach Vevey. Zuletzt waren Kurt Fluri, François Scheidegger und die höchste Solothurnerin, Verena Meyer mit an Bord. Frenetisch werden die Böötler empfangen. Noch eine Stunde später drängen sich Leute auf und vors Schiff, um sich auf einem Erinnerungsfoto mit der Weinkarosse unter Solothurner Flagge verewigen zu lassen. Danach löst sich die Menschentraube ein ewig auf. Ein wenig. Denn ganz Vevey wird in diesen Tagen von Menschen überrannt. An der Uferpromenade reiht sich über Hunderte Meter Essensstand an Essensstand. Die ganze Stadt ist ein einziger Weinstand.

Ob Möbelgeschäft, Spielwarenladen, Versicherungsagentur: Alle wurden sie leergeräumt, überall wurden Theken hineingezimmert und Tische und Stühle aufgestellt. In diesen Tagen sind sie alle Bars. Und die Weinkeller sind, so hört man, Nacht für Nacht brechend voll. Durch die Gassen von Vevey kommt man nur, wenn man sich durch die Menschenmassen kämpft. Sind es 50'000 Menschen in dem Städtchen von der Grösse Solothurns? Oder 100'000? Es ist unmöglich zu sagen. Deutsch und Französisch ist zu hören, ebenso italienische Zwischenrufe.

Unauffällig gekleidete Gäste spazieren neben kunterbunten Gestalten, Darstellern des grossen Spektakels in der Arena. Gleich zweimal findet dieses am Samstag statt, die Schauspieler machen sich gar nicht die Mühe, sich zwischen den Auftritten umzuziehen. Blaue Geier und grüne Feen, rot-weisse Ritter und Kinder mit Schmetterlingsflügeln wandern durch Vevey.

Solothurner Wein stösst auf grossen Anklang

In diesem ganzen Trubel gehen die 300 Solothurner fast etwas unter. Doch mit Unterstützung der rot-weissen Fahnen, die an diesem Tag von vielen Masten baumeln, schaffen sie es, sich zumindest an zwei Orten zu behaupten. Zum einen auf einer Bühne im Westen der Stadt: Dort setzen verschiedene Solothurner Künstler Duftmarken. Yacun, Supersiech, Collie Herb und viele mehr. Politiker und Winzer schaukeln gemeinsam im Takt der Musik. Hier sind zahlreiche weitere Solothurner anzutreffen, die extra für den Kantonstag nach Vevey angereist sind. Und zum anderen beim Degustationszelt, wo verschiedene Solothurner Winzer ihren Wein ausschenken. «Tipptop, tipptop», so das Lob der welschen Weinkönige für die Solothurner Tropfen. Zwei von drei Winzer sind nach wenigen Stunden bereits ausgeschossen. Und auch die Solothurner Torte oder Wurst und Käse aus dem Thal kommen gut an.

Solothurner treffen auf einen Exil-Solothurner

Am Nachmittag taucht noch ein Exil-Solothurner auf. Erwin Fankhauser, ursprünglich aus Recherswil, ist 1968 nach Vevey «ausgewandert». Er trägt noch das orange Hemd und die rote Mütze des «Grossen Chors», einer der Gruppen, die das Spektakel in der Arena veranstalten. «Es ist wunderschön hier am Léman. Hier werde ich bleiben. Aber als ich hörte, dass der Kanton Solothurn zu Gast kommt, habe ich mich als Heimweh-Solothurner riesig gefreut.» Er kennt die Altstadt in- und auswendig, die Weinkeller und Vinotheken. Und natürlich auch den besten Wein, derjenige des «Königs des Festes». «Früher brachten die Welschen immer ihren eigenen Wein mit, wenn sie irgendwohin verreisten. Als könnten sie vom Deutschschweizer Wein vergiftet werden. Heute wird überall vorzüglicher Wein hergestellt.» Im Solothurner Degustationszelt prüft er dann auch gleich selber die Solothurner Weine. Sein Urteil: «Exzellent.»

Am Abend steht für die Solothurner noch ein letzter Höhepunkt auf dem Programm. Der Besuch des Spektakels in der Arena. Über 5000 Schauspieler und Sänger liefern eine fast dreistündige Show ab. Gigantisch – anders lässt sich das Ganze nicht beschreiben. Kurz nach Mitternacht trudeln 300 müde und zufriedene Solothurner beim Bahnhof in Vevey ein. Ein weiterer Sonderzug bringt sie alle nach Hause. In Grenchen, Solothurn und Olten trennen sich die Wege. Eine einmalige Sache? Wer weiss. Nach diesem Erlebnis sind die Solothurner an der nächsten Fête vielleicht wieder mit dabei. Bis in 20 Jahren.

Impressionen des ganzen Tages im Live-Ticker zum Nachlesen gibt es hier.

Lesen Sie ausserdem:

Vor dem Fest reisten die Solothurner zwei Tage lang mit dem Boot ins Waadtland. Tag eins, von Solothurn bis Erlach, zum Nachlesen finden Sie hier. Tag zwei, von Erlach bis St. Aubin, finden Sie hier.

Und hier noch die Bilder vom 1. Tag:

Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey
20 Bilder
Schön geschmücktes Schiff
Zum Start wurde beim Bootssteg ein Apéro serviert.
Zum Apéro gabs natürlich Solothurner Wein...
... auch Regierungsrat Roland Heim kostete ihn.
Hut in Solothurner Farben
Die Hilarimusig spielte beim Apéro
Das offizielle Shirt
Das Boot legt ab
Das Weinboot fährt durch Solothurn
Mittagspause im Grüene Aff in Altreu. Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Vize Thomas Studer begrüssen die Böötler.
Der Ruderklub Solothurn ruderte bis nach Altreu mit.
Büren zeigt Solothurner Farben
Auf dem Schiff gibts auch Bier
Auf dem Bielersee wird das Weinboot von Twanner «Piraten» geentert. Die Durchfahrtsbewilligung fehlt.
Gegen einige Flaschen Wein lassen die «Piraten» das Weinschiff ziehen. Im Gegenzug gibt es sogar einige Flaschen Twanner Weisswein.
Verschnaufpause auf der Petersinsel
Freundlichst mit Wein und einem Apéro wird die Solothurner Delegation in Erlach empfangen. V.l.n.r. Andre Rötheli, Ex Eishockeyprofi, Fredy Faul, Gemeinderat Erlach, Brigit Wyss, Regierungsrätin, Beat Schlapbach, Gemeinderat Erlach

Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey

Hansjörg Sahli

Und von Tag 2:

Im Hafen von Erlach, Start am 2. Tag «Chargé pour Soleure», der bis St.Aubin führt
25 Bilder
An Bord ist stehts diese kleine Kanone.
Gäste auf der 1. Etappe heute bis Le Landeron: Martin Zülle, Gemeindepräsident von Erlach, Aquil Briggen, Grenchner Stadtbaumeister, Corinne Hasler, Andreas Gasche, Geschäftsführer Gewerbeverband.
Pontoniere an Bord
Massarbeit ist bei der Einfahrt in den Hafen von Le Landeron gefragt.
Empfang in Le Landeron: V.l.n.r. Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, Andrea Affolter (Mediensprecherin der Solothurner Regierung), Jean-Claude Egger (Gemeindepräsident von Le Landeron) und Nationalrat Philipp Hadorn.
So fern der Heimat gab es etwas heimische Unterstützung: Urs und Viktor (ohne Witz!), zwei weitere Pontoniere, stossen dazu.
Besichtigung der Domaine de Soleure, wo der Solothurner Bürgerwein entsteht.
Urs Hugi von der Bürgergemeinde führt durch das Weingut
Hier die Geschichte zur Domaine de Soleure niedergeschrieben
Hier entstand der Ausdruck Chargé pour Soleure. Hier wurden die Weinfässer jeweils verladen, bis Mitte des 19. Jahrhunderts, wie Urs Hugi von der Bürgergemeinde weiss. Damals floss die Aare auch noch hier durch. Heute ist sie einige Meter weiter unten.
Tag 2 «Chargé pour Vevey»: Von Erlach gehts bis St.Aubin
5000 Liter haben hier drin Platz.
Domaine de Soleure
Rund 100'000 Flaschen Wein entstehen hier jährlich.
Weindegustation: Es gibt einen Sauvignon blanc, Jahrgang 2018. Dazu viel Fleisch und Käse.
Philipp Hadorn und Stefan Müller-Altermatt
V.l.n.r. Urs Altermatt, Cecile Eggenschwiler, Marianne Formanek-Rufer, Karel Formanek, Claudia Eggenschwiler, Andrea Affolter
Das Solothurner Übersetzboot im Hafen von Neuenburg. Ein kurzer Zwischenstopp, dann geht es weiter nach Auvernier.
Ausfahrt aus dem Neuenburger Hafen. Nächster Halt: Auvernier.
Im Hafen von Auvernier hat sich eine ordentliche Gruppe gebildet, die die Böötler verabschiedet.
Die Westküste des Neuenburgersees geht es hinunter.
Bis das Boot schliesslich in St. Aubin anlegt. Dort endet die 2. Etappe.
Gruppenbild der Solothurner Sportspontoniere, die das Boot sicher steuern.

Im Hafen von Erlach, Start am 2. Tag «Chargé pour Soleure», der bis St.Aubin führt

Raphael Karpf