Region Solothurn

Die Vebo braucht mehr Platz – und plant Neubau für 30 Millionen Franken

Die Vebo wächst weiter: Für rund 30 Millionen Franken plant die Genossenschaft einen Neubau in Solothurn. In diesem sollen die bisherigen Standorte in Langendorf und Zuchwil, sowie die Bellacher Tochterfirma Kisag vereint werden.

Knapp 1800 Mitarbeitende sind bei der Vebo angestellt. Die gemeinnützige Genossenschaft führt acht Standorte im Kanton, rund 80 Prozent der Mitarbeitenden in den dortigen Werkstätten haben eine Beeinträchtigung. Gleichzeitig bietet die Vebo begleitetes Wohnen und Tagesstätten an. Sie ist damit die mit Abstand grösste soziale Institution im Kanton. Und der Bedarf an Arbeitsplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung steige, sagt der Vebo-Direktor.

Marc Eggimann öffnet den Geschäftsbericht 2019 und zeigt auf verschiedene Grafiken. «Wir haben ein organisches Wachstum von 1 bis 2 Prozent im Jahr» – heisst: Immer mehr Menschen sind Teil der Institution, die sie in den Arbeitsmarkt integrieren, in die Gesellschaft inkludieren will. So braucht die Vebo immer mehr Platz. Auch in der Region Solothurn. Hier will die Genossenschaft die drei bestehenden Werke in Zuchwil und Langendorf zusammenlegen – in einem grossen Neubau in Solothurn.

Platz für 500 Mitarbeitende: «Alles unter einem Dach»

«Ecole de Soleure» heisst das Projekt, das auf dem Werkareal der Glutz AG in Solothurn realisiert werden soll. Eggimann erklärt, worum es geht: ein Bau mit Platz für rund 500 Mitarbeitende; inklusive Werkstätten, Büros, Lagerräumen, Restaurant und Begegnungszonen. «Wir sind nicht einfach eine gewöhnliche Fabrik – für viele Mitarbeitende ist es wichtig, in der Vebo ihre sozialen Kontakte zu pflegen», so der Direktor.

Marc Eggiman, Vebo-Direktor.

Marc Eggiman, Vebo-Direktor.

Alle 400 Mitarbeitenden der beiden Zuchwiler und des Langendörfer Standorts werden in den Solothurner Neubau umziehen. Dazu kommen die 50 Mitarbeitenden der Bellacher Tochterfirma Kisag, die Küchengeräte produziert. «Alles unter einem Dach», habe man dann, so Eggimann. Das vereinfache so einiges.

So würden in Langendorf heute Montagearbeiten für die Kisag in Bellach erledigt, künftig sind Vebo und Kisag, die eigenständig bleibt, im selben Haus untergebracht. Für Zulieferer gibt es im Raum Solothurn dann auch nur noch eine Adresse. «Und Mitarbeitende haben mehr und moderne Arbeitsplätze zur Auswahl, und die Möglichkeit, auch mal die Abteilung zu wechseln.»

So soll der geplante Neubau auf dem Werkareal der Glutz AG, mit welcher die Vebo einen Baurechtsvertrag eingegangen ist, aussehen.

So soll der geplante Neubau auf dem Werkareal der Glutz AG, mit welcher die Vebo einen Baurechtsvertrag eingegangen ist, aussehen.

Personal abbauen werde man mit dem Umzug nicht, lediglich eine Führungskraft würde nach der Pension am Standort Solothurn nicht mehr ersetzt.

Mehr Platz, weniger Kosten durch den Neubau

Kosten sparen will die Vebo auf andere Weise: Mit dem bisherigen Langendörfer und den beiden Zuchwiler Standorten unterhält die Genossenschaft in einer Region drei rund 15- bis 20-jährige Gebäude. Dazu hat die Vebo zusätzlichen Lagerraum gemietet. «Ein einziger, moderner und dem technischen Stand entsprechender Standort ohne externe, zugemietete Räumlichkeiten ist da deutlich kosteneffizienter», so Eggimann. Gleichzeitig will man eines gewinnen: Platz.

Gerade während der Coronakrise habe man gemerkt: «Wir platzen schier aus allen Nähten.» Homeoffice sei nicht wirklich eine Option, da die Betreuung vor Ort so wichtig sei. Abstände einzuhalten, sei in den bisherigen Gebäuden eine Herausforderung gewesen.

Da sich das Projekt noch in der Detailplanungsphase befindet, ist der genaue Preis noch nicht festgelegt. Laut Eggimann kostet das Ganze rund 30 Millionen Franken – bei einer derzeitigen Ungenauigkeit von Minus oder Plus 20 Prozent. Das Baugesuch will die Vebo im November einreichen. Mitte Juli 2022 soll der Umzug stattfinden in den grossen Neubau.

Der letzte grosse Umzug fand 2018 in Olten statt: von einem rund 50-jährigen Gebäudekomplex in eine neugebaute Produktionsstätte. Auch künftig wolle man den Auftrag, die zunehmende Nachfrage nach Arbeitsplätzen zu decken, erfüllen. «Wir haben dazu noch keine konkrete Planung», sagt Eggimann. Aber sobald man auch an anderen Standorten mehrere, in die Jahre gekommenen Gebäude betreibe und der Platz eng werde, suche man nach Lösungen. In der Form von Anbauten, Rennovationen bestehender Gebäude oder Neubauten. So wie in Solothurn.

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