Solothurner Premiere

Die Psychiatrischen Dienste auf dem Weg zur Auszeichnung «Selbsthilfefreundlich»

v.l.: Martin Hatzinger (Direktor Psychiatrische Dienste soH), Melanie Martin (Bereichsleiterin Fachaufgaben Kontaktstelle Selbsthilfe), Sabine Tschudin (Leiterin Psychologischer Dienst), Regina Schmid (Bereichsleiterin Fachaufgaben Kontaktstelle Selbsthilfe), Christine Lack, Ilona Szabo und Walter Frei (Mitglieder von Selbsthilfegruppen und der Resonanzgruppe des Projektes «Selbsthilfefreundlich»).

v.l.: Martin Hatzinger (Direktor Psychiatrische Dienste soH), Melanie Martin (Bereichsleiterin Fachaufgaben Kontaktstelle Selbsthilfe), Sabine Tschudin (Leiterin Psychologischer Dienst), Regina Schmid (Bereichsleiterin Fachaufgaben Kontaktstelle Selbsthilfe), Christine Lack, Ilona Szabo und Walter Frei (Mitglieder von Selbsthilfegruppen und der Resonanzgruppe des Projektes «Selbsthilfefreundlich»).

Die Kontaktstelle Selbsthilfe und die Psychiatrischen Dienste soH unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Damit strebt die Gesundheitsinstitution kantonsweit als erste die Auszeichnung «Selbsthilfefreundlich» an.

Der Entscheid der Spitalleitung der Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler AG (soH) war deutlich: «Wir wollen die Auszeichnung ‹Selbsthilfefreundlich›. Damit war der Startschuss für das Projekt gesetzt», erinnert sich Sabine Tschudin, Leiterin des Psychologischen Dienstes. Im sogenannten Kooperationsdreieck haben die Psychiatrischen Dienste zusammen mit der Kontaktstelle Selbsthilfe und Mitgliedern von Selbsthilfegruppen Massnahmen zur Selbsthilfefreundlichkeit erarbeitet.

Die Massnahmen orientieren sich an sechs Qualitätskriterien, wie aus einer Mitteilung der soH hervorgeht. Beispielsweise verpflichtet sich die Institution, regelmässig über die Teilnahmemöglichkeit bei Selbsthilfegruppen zu informieren, eine interne Ansprechperson zum Thema Selbsthilfe zu bestimmen und Betroffenen sowie Angehörigen auf Augenhöhe zu begegnen, wenn es um die Anerkennung von Erfahrungswissen geht.

Ziel der Massnahmen ist es, das Angebot der Selbsthilfe nachhaltig und längerfristig in der Institution zu verankern. Nach erreichter Umsetzung lockt die Auszeichnung «Selbsthilfefreundlich», vergeben durch Selbsthilfe Schweiz.

Stärkung der Betroffenen hilft allen

«Stärkt man die Selbsthilfe in Gesundheitsinstitutionen, wird das Erfahrungswissen von Betroffenen und Angehörigen besser genutzt. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern auch die Gesundheitsinstitution», erklärt Melanie Martin, Projektleiterin und Bereichsleiterin Fachaufgaben der Kontaktstelle Selbsthilfe Kanton Solothurn. Denn die Selbsthilfe stärkt nicht nur die Selbstwirksamkeit und den Selbstwert von Betroffenen, sondern entlastet auch das Sozial- und Gesundheitswesen.

Die erste nationale Studie zur Selbsthilfe berechnete eine ehrenamtliche Tätigkeit von etwa einer Million Stunden. Eine Zahl die volkswirtschaftlich sehr wohl bedeutsam ist. Die systematische Kooperation von Selbsthilfe und Spitälern birgt also das Potential, das Gesundheitswesen nachhaltig zu entlasten. (mgt)

Mehr Informationen zum Projekt «Selbsthilfefreundliche Gesundheitsinstitutionen» finden Sie unter: www.selbsthilfefreundlichkeit.ch

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