Wahlen 2017
Die Patrons kehren in den Kantonsrat zurück

Sie haben es geschafft: Zwei Patrons grosser Firmen im Kanton ziehen ins Parlament ein. Die Wahl von Fraisa-CEO Josef Maushart (CVP) war allgemein erwartet worden. Eher überraschend schaffte es auch Ypsomed-CEO Simon Michel von der FDP.

Urs Mathys
Drucken
Teilen
Wirtschaftsvertreter und neu auch Volksvertreter: Josef Maushart (L. CVP) und Simon Michel (FDP, beide Solothurn

Wirtschaftsvertreter und neu auch Volksvertreter: Josef Maushart (L. CVP) und Simon Michel (FDP, beide Solothurn

Hanspeter Bärtschi/Tina & Thomas Ulrich

Dass Patrons direkt im Kantonsrat ins politische Geschehen eingreifen, war einst Gang und gäbe: Von Roll, Ascom, Papierfabrik Biberist, Atel, Cellulose Attisholz usw. hatten «ihre Vertreter» im Parlament. Dies änderte mit dem schmerzlichen Verschwinden vieler dieser Firmen. Und auch aus der Tatsache heraus, dass die Firmen ihren teuren Top-Kadern keine politischen Nebenbeschäftigungen mehr erlauben wollten.

In der Folge zog die Wirtschaft die Fäden in eigener Sache lieber hinter den Kulissen. So, wie zuletzt etwa bei der kantonalen Umsetzung der USR III-Reform, als Handelskammer und Gewerbeverband mehr oder weniger direkt bei der Strategie des Kantons mitmischen durften. Allen voran war dies der frischgewählte CVP-Volksvertreter Josef Maushart.

Eine tun, das andere nicht lassen

In Zukunft also werden die Patrons das eine tun und das andere nicht lassen müssen. Neben Maushart auch Simon Michel (FDP, Solothurn). Beide werden im Rahmen ihrer Fraktionen sowie im Plenum direkt auf das Geschehen Einfluss nehmen wollen. Und beide haben schon im Vorfeld der Wahlen signalisiert, dass es ihnen mit dem Abstecher ins Parlament sehr wohl ernst ist. Josef Maushart unterstrich auch gestern im Medienzentrum Reithalle, dass er sich deshalb von diversen Aufgaben in der Firma und in Fachgremien entlastet habe.

Das Stimmvolk in der Amtei Solothurn-Lebern hat am Wochenende beiden einen klaren Vertrauensvorschuss gegeben: Maushart erwies sich als unangefochtenes Zugpferd seiner CVP und lag noch vor den langjährigen bisherigen Volksvertretern Peter Brotschi (Grenchen) und Susan von Sury (Feldbrunnen); mit Pascal Walter musste für ihn gar ein Bisheriger über die Klinge springen.

Bei der FDP lag dagegen die bisherige Anita Panzer, Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen-St. Niklaus, bis zuletzt vorne. Sie, die in der parteiinternen Ausmarchung um die Regierungsratskandidatur Marianne Meister unterlegen war, liess Simon Michel um rund 1000 Stimmen hinter sich.

Viele sind «Unternehmer»

Unter der Berufsbezeichnung «Unternehmer» ist noch eine ganze Reihe weiterer Kandidaten in die Kantonsratswahlen gestartet. Die Palette reicht allerdings von Ein- und Zweimannfirmen bis hin zu echten KMU, mit mehreren Beschäftigten. Einige dieser Kandidierenden wurden auch tatsächlich gewählt: In der Amtei Solothurn-Lebern Markus Dietschi (BDP, bisher, Selzach) und Richard Aschberger (SVP, neu, Grenchen).

In Bucheggberg-Wasseramt sind es Markus Dick (SVP, neu, Biberist), Hugo Schumacher (SVP, bisher, Luterbach), Marianne Meister (FDP, bisher, Messen), In der Amtei Thal-Gäu Christine Rütti (SVP, neu), Balsthal), in Olten-Gösgen Johannes Brons (SVP, bisher, Olten), Walter Gurtner, (SVP, bisher, Däniken) und Tobias Fischer (SVP, bisher, Hägendorf). In Dorneck-Thierstein schliesslich Jacqueline Ehrsam (SVP, bisher, Gempen) und Mark Winkler (FDP, bisher, Witterswil).

Aktuelle Nachrichten